Podiumsdiskussion

18. Januar 2010

Bürgerliche Integration und gesellschaftlicher Ausschluss

mit Heinz Bude und Joachim Fischer

Ob das Bildungssystem durchlässiger, die Innenstädte erlebnisreicher oder die Vereinbarkeit von Beruf und Familie entspannter gestaltet werden sollen, immer handelt es sich um ein bürgerliches Projekt. Die moderne Gesellschaft ist eine bürgerliche Gesellschaft und von daher sind alle Vorstellungen der Verbesserung des gesellschaftlichen Zusammenlebens bürgerlicher Art.

Was aber ist mit den Gruppen in der Gegenwartsgesellschaft, die den bürgerlichen Lebenszuschnitt für sich nicht akzeptieren? Müssen sie sich durch gesellschaftlichen Aufstieg, politische Beteiligung und kulturelle Selbstdarstellung bürgerlich machen, damit die Bürger sie als zugehörig empfinden können? Bedeutet dies, dass jedem liberalen Differenzversprechen letztlich ein bürgerliches Integrationsgebot zugrunde liegt? Die Fragen über den Zusammenhang von bürgerlichen Inklusionsvorstellungen und gesellschaftlichen Exklusionspraktiken spitzen sich im Zeitalter postsäkularer Spannungen, migrantischer Mischungen und sozioökonomischer Verwerfungen zu.

Prof. Dr. Heinz Bude, Soziologe, Leiter des Arbeitsbereichs "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Prof. Dr. Joachim Fischer, Soziologe, Vertretung des Lehrstuhls für Soziologische Theorie an der Uni Erlangen-Nürnberg

Moderation: Dr. Jens Hacke, Politologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei