Archivprojekte

Archivprojekte stellen große Arbeitsvorhaben des Archivs dar, für die z.T. zusätzliche Ressourcen eingesetzt werden. Dabei kann es sich um die Erschließung größerer Bestände (10 lfm. und mehr), um eigene Ausstellungen bzw. Beteiligung an Ausstellungen, um Publikationsprojekte oder technische Projekte handeln.
Einige Bestände eignen sich wegen ihrer Quellendichte und der Zusammensetzung der Materialien (Korrespondenz, Broschüren, Flugblätter, Plakate, Fotos etc.) nach Fertigstellung der Erschließung in der einen oder anderen Form vorgestellt zu werden. Das kann durch Publikation von Findbüchern, durch Ausstellungen oder andere Präsentationsformen geschehen (z.B. Nachlass Arie Goral-Sternheim, Nachlass Rudi Dutschke etc.).
Laufende Archivprojekte
Zurzeit beschäftigen das Archiv diese größeren Arbeiten:
Im Frühjahr 2011 übernahm das Archiv den größten Teil des Nachlasses von Dr. Herbert Stubenrauch (1938-2010, Pädagoge und Therapeut). Er gehörte zu den frühen Aktivisten der Ostermarsch-Bewegung, war 1968 Mitbegründer des Sozialistischen Lehrerbundes (SLB) und beteiligte sich 1969 an der Gründung des Sozialistischen Büros (SB). Gemeinsam gaben SLB und SB den "Informationsdienst des Sozialistischen Lehrerbundes" , später "Informationsdienst Arbeitsfeld Schule" heraus. Er unterrichtete als Lehrer an einer Frankfurter Gesamtschule und war als Therapeut tätig. Dieser Quellenzugang wird in der Archivdatenbank formal erfasst und inhaltlich erschlossen.
Bearbeiter: Wolfgang Hertle (2011)
Der Aufbau einer Oral-History-Datenbank mit Zeitzeugen-Interviews aus den Reihen der Mitglieder der Kommune "Ablassgesllschaft" (Hamburg 1967-1969) und des Drogentherapieprojektes "Release" (Hamburg 1969-1974) führte 2003 zu einer Kooperation mit der Universität Heidelberg und der Rutgers University (New Jersey, USA) mit dem Ziel einer gemeinsamen Archivierung und Bereitstellung von Zeitzeugen-Interviews für eine wissenschaftliche Nachnutzung nach Abschluss der jeweiligen Oral-History-Projekte.
Die Universität Heidelberg und die Rutgers University arbeiten in dem transatlantischen Projekt "Das Fremde im Eigenen, interkultureller Austausch und kollektive Identitäten in den gesellschaftlichen Umbrüchen der 1960er und 1970er Jahre am Beispiel der USA und der Bundesrepublik Deutschland" zusammen (VW-Forschungsprojekt).
Das Archiv des Hamburger Instituts für Sozialforschung übernimmt den Part der Erschließung und dauerhaften Archivierung der von den beteiligten Institutionen übergebenen Interview-Daten (Ton-, Textdateien und Kontextinformationen). Dieser Interview-Pool (mit ca. 100 Interviews) mit Schwerpunkt auf Themen der Protestbewegungen soll zukünftigen Forschern zugänglich gemacht werden.
Bearbeiter: Martin Klimke u.a./ Uni Heidelberg; Belinda Davies u.a. / Rutgers University; Reinhart Schwarz (2003-2011)
Abgeschlossene Archivprojekte
Als abgeschlossene Archivprojekte werden nur Produktionen jenseits von Bestandserschließungen angeführt.
Aus dem Bildbestand zur Kommune "Ablassgesellschaft, Hamburg 1967-1969" und zum Drogentherapieprojekt "Release, Hamburg 1969-1974" wurde im Rahmen des Symposions "Social Art" eine Auswahl in Ankara gezeigt.
Foto-Ausstellung "Social Art" (2002)
Noch zu Lebzeiten Arie Goral-Sternheims initiierte und unterstützte das Archiv - auch mit eigenen Exponaten - eine Ausstellung von Arie Goral-Sternheim im Hamburger Institut für Sozialforschung. Nach Abschluss der Erschließung des Nachlasses von Arie Goral-Sternheim in der Archivdatenbank erinnerte das Archiv mit mehreren Ausstellungen und einer Gedenkveranstaltung an sein Werk und Wirken:
Ausstellung "Damals lebte Mühsam noch ... – Arie Goral-Sternheim, die jüdische Jugendbewegung und die libertäre Utopie" (2000)
Ausstellung "Arie Goral-Sternheim" (2000)
Ausstellung "Von Ferne ins Vergangene. Gänge am Grindel mit Arie Goral" (1999/2000)
Gedenkveranstaltung "Jiskor – Memento für einen Löwen" Matinee zum Gedenken an Arie Goral-Sternheim“ (1996)
Ausstellung "Plakate, Pamphlete, Flugblätter. Hinterlassene Signaturen der Linken" (1994)
Bereits bei der Recherche und Bereitstellung von Quellen zur Ausstellung des Stadtmuseums Luckenwalde über Rudi Dutschke stellte das Archiv Reproduktionen zur Verfügung. Die Präsentation in Hamburg fand in Kooperation mit dem Archiv statt. Damit konnte die Ausstellung durch zahlreiche Originalexponate (Plakate, Flugblätter, Zeitschriften, Bücher mit Anstreichungen, Manuskripte, Typoskripte etc.) erweitert werden:
Ausstellung "Rudi Dutschke: Die sollen sich nicht schämen für mich in Luckenwalde..." (1996)

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