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Die Gesellschaft der Bundesrepublik

Projekt

Biographisches Handbuch "Die Achtundsechziger. Biographien zur Geschichte einer Bewegung"

Wolfgang Kraushaar

(Stand März 2010)

(unter Mitarbeit von Julia Chaker-Agha, Swenja Granzow, Jennifer Gronau, Iska Niemeyer und Karin König)

Trotz der Fülle an Publikationen zu dem in der Forschung wie in der Öffentlichkeit unverändert kontrovers behandelten Thema "1968" mangelt es noch immer an zuverlässigen Informationen über diejenigen, die einst im Zentrum der Ereignisse standen - die Akteure der 68er-Bewegung. Während inzwischen zu den unterschiedlichsten Aspekten Detailstudien vorliegen, fehlen - von wenigen prominenten Fällen einmal abgesehen - nach wie vor elementare Informationen über Herkunft, Sozialisation, Religionszugehörigkeit, Mitgliedschaft in Organisationen und vieles andere mehr. Dieses Defizit ist umso überraschender, als es in der Vergangenheit nicht an Spekulationen über "die 68er" gemangelt hat - ihren Anteil an verschiedenen Strömungen der außerparlamentarischen Bewegung, ihren ganz unterschiedlich aufgeladenen Gruppenmitgliedschaften oder gar ihrer Zugehörigkeit zu einer eigenen Generationskohorte. Um welche Geburtsjahrgänge ging es, wie hoch ist ihr prozentualer Anteil an den jeweiligen Jahrgängen? Wie sind die Akteure sozialisiert worden, welcher sozialen Herkunft waren sie, welche Rolle spielte die NS-Vergangenheit, welche Faktoren waren für ihr politisch-weltanschauliches Selbstverständnis insgesamt ausschlaggebend? Dieser Mangel soll durch eine Datenbank behoben werden. Um das intellektuelle und weltanschauliche Profil deutlicher hervortreten zu lassen, wird darin nach verschiedenen Rubriken unterschieden: nach Akteuren, Mentoren, Kritikern, Ikonen und Idolen. Erst wenn die Protagonisten dieser unterschiedlichen Rollen erkennbar werden, ist es möglich, die am Ende der 1960er Jahre freigesetzte politische und soziokulturelle Dynamik besser begreifen zu können.