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Die Gesellschaft der Bundesrepublik

Projekt

RAF-Chronik

Wolfgang Kraushaar

(Stand März 2010)

(In Zusammenarbeit mit Martin Jander)

Einer der zentralen Bausteine des 2004 begonnenen Projekts "Die RAF und die Herausforderung der Demokratie (1970-1998)", war eine Chronologie der Einzelereignisse. Dieses Desiderat wird nun nach der Fertigstellung des Kommentarteiles, der 2006 in zwei Bänden unter dem Titel "Die RAF und der linke Terrorismus" in der Hamburger Edition vorgelegt worden ist, als Einzelprojekt weiter verfolgt. Inzwischen existiert zwar eine Fülle an historisierender Literatur zur Geschichte der "Roten Armee Fraktion" (RAF), dennoch aber sind auch weiterhin elementare Probleme ihrer Historisierung unübersehbar. Wer wissen will, wie es zur RAF gekommen ist, wie der Staat auf die Herausforderung reagiert und sich die Bevölkerung verhalten hat, der sucht zumeist immer noch vergeblich nach einer empirisch abgesicherten Darstellung. Die bislang eingängigste Schilderung der RAF-Geschichte, das von Stefan Aust verfaßte Buch "Der Baader-Meinhof-Komplex", reicht auch in ihrer neuesten, 2008 erschienenen Ausgabe nur bis zum Ende der so genannten ersten Generation im Herbst 1977 und konfrontiert den Interessierten mit einer Darstellung, die weder eine rasche Grundorientierung noch eine Überprüfung der Quellenbasis zuläßt. Diesem Mangel, der auch durch den von Butz Peters 2004 verfaßten und den gesamten Zeitraum der RAF umfassenden Band “Tödlicher Irrtum” nicht behoben werden kann, soll durch eine detaillierte Darstellung der einzelnen terroristischen Aktionen, den staatlichen Reaktionen und ihrem Echo in Presse, Funk und Fernsehen Abhilfe verschafft werden. Die Darstellung wird dabei einerseits mit der Berücksichtigung anderer terroristischer Gruppierungen über die RAF hinausgehen, andererseits aber auch ihre Entstehung als auch ihre bis heute anhaltenden Nachwirkungen sichtbar machen und insbesondere den jeweiligen internationalen Kontext berücksichtigen.