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Vorträge und Diskussionen

Vortrag

Jan-Werner Müller: Das Goldene Zeitalter Revisited.
Zum Demokratie- und Politikverständnis in Westeuropa 1945-1975

23. Februar 2009

Die unmittelbaren Nachkriegsjahrzehnte waren für Westeuropa nicht nur die Zeit einer beispiellosen wirtschaftlichen Blüte. Mit der Überwindung des totalitären Zeitalters erlebte auch die liberale Demokratie ein beeindruckendes Comeback, das angesichts der faschistischen und kommunistischen Bedrohungen zwischen 1917 und 1945 kaum vorhersehbar war. Auch wenn Intellektuelle in der Hochzeit des Kalten Krieges ein Ende der Ideologien prognostizierten und damit geistig Abschied von der sozialistischen Utopie nahmen, sind diese Jahre von regen politiktheoretischen Debatten beeinflusst, deren Ergebnisse und Auswirkungen für das Selbstverständnis moderner demokratischer Staaten bis heute prägend bleiben. Ob es um die Grundzüge der „wehrhaften Demokratie“, die Sicherung elementarer Bürgerfreiheiten, soziale Gerechtigkeit im industriegesellschaftlichen Wohlfahrtsstaat oder schließlich seit den 1960er Jahren verstärkt um politische Partizipationsbedürfnisse abseits der Wahlurne ging: In den Gesellschaften Westeuropas fanden diese Diskurse parallel und zugleich aufeinander bezogen statt, unter verschiedenen nationalen Problemstellungen, aber häufig von ganz ähnlichen Herausforderungen bestimmt. Der Vortrag bietet eine ideengeschichtliche Zusammenschau über das politische Denken im 20. Jahrhundert.

Prof. Dr. Jan-Werner Müller, Politologe, Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Princeton University

Moderation: Dr. Jens Hacke, Politologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich „Die Gesellschaft der Bundesrepublik“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei