Ausstellungen

Ausstellung
Plakate, Pamphlete, Flugblätter. Hinterlassene Signaturen der Linken
31. Oktober bis 16. Dezember 1994
Eine Ausstellung von Arie Goral im Hamburger Institut für Sozialforschung
Das Hamburger Institut für Sozialforschung beschäftigt sich seit seinem Bestehen mit Arbeiten zur Geschichte der Protestbewegungen in der Bundesrepublik Deutschland.
Die Rolle und Bedeutung der Linken für die Entwicklung der Bundesrepublik bildet dabei einen wichtigen Forschungsaspekt. Es ist daher naheliegend, daß das Institut eine von Arie Goral aus Teilen seiner umfangreichen Sammlung zusammengestellte Ausstellung von Plakaten, Broschüren und Flugblättern der Linken aus der Zeit der alten Bundesrepublik in seinen Räumen zeigt. Die Ausstellung linker Aufklärungs- und Agitationsmedien ist keine historische Bestandsaufnahme, sie zeigt vielmehr Momentaufnahmen, Fragmente, Trümmer, Bekanntes und Unbekanntes einer Geschichte, die denen fremd geworden ist, die sich einmal selbstverständlich in ihr bewegt haben.
Die Ausstellung soll auch dazu beitragen, daß das Fremdwerden gegenüber der eigenen Geschichte nicht umschlägt in Verdrängen und Vergessen.
Begrüßung: Dr. Jan Philipp Reemtsma
Eröffnungsansprache: Eva Rühmkorff, Ministerin a.D.
Ausstellungskonzept und -leitung: Arie Goral
Koordination: Reinhart Schwarz, Leiter des Archivs des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Technik: Karin Sawade
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Dr. Regine Klose-Wolf
Begleitprogramm zur Ausstellung:
3.11.1994: Streitgespräch: Gibt es noch ein Linke?
Es diskutieren: Dr. Jan Philipp Reemtsma und Dr. Wolfgang Kraushaar
Hintergrund:
Im Oktober 1994 wird Arie Goral Sternheim fünfundachtzig Jahre alt. Zu diesem persönlichen Feiertag hat er mit Unterstützung des Hamburger Instituts für Sozialforschung eine Ausstellung konzipiert: "HINTERLASSENE SIGNATUREN DER LINKEN - Plakate, Pamphlete, Flugblätter"
Für die Hamburger Linke hat Arie Goral oft die undankbare Rolle des personifizierten schlechten Gewissens übernommen. Zugleich ist er ein Chronist der Entwicklung und Veränderung der Linken, wie diese Ausstellung eindrücklich zeigt.
Arie Goral, vom Senat unter anderem mit der Senator Biermann-Ratjens Medaille ausgezeichnet, hat sich um die politisch-moralische Kultur der Stadt verdient gemacht. Er hat stets gegen das Verdrängen der Vergangenheit angekämpft. Unermüdlich war in Hamburg sein Einsatz für das Gedenken an Heinrich Heine, Carl von Ossietzky und Walter A. Berendsohn. Er warnte immer wieder vor dem Wiederaufkommen von Faschismus und Antisemitismus in Deutschland. Auch heute meldet sich Arie Goral zu den wichtigen Debatten der Stadt regelmäßig zu Wort.
Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung

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