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Ausstellungen

Salz der Tränen. Zeichnungen von Ladislaus Szücs, Häftling und Arzt im Konzentrationslager

18. November bis 19. Dezember 1999

Pressestimmen

"Der 91-jährige hat Bilder geschaffen, die an Albträume erinnern, obwohl sie nur Wirklichkeit abbilden, die grausige Wirklichkeit des Holocaust. »Zählappell – als Arzt im Konzentrationslager« heisst sein bei Fischer erschienenes Erinnerungsbuch, in dem von seinem Schicksal und dem seiner Frau berichtet wird – ein eindringlicher Text von erschütternder Authentizität. Jetzt zeigt das Hamburger Institut für Sozialforschung in Kooperation mit der KZ-Gedenkstätte Neuengamme in einer von der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf konzipierten Ausstellung eine große Auswahl an Zeichnungen dieses Zeitzeugen."
Hamburger Abendblatt, 18.11.1999

"Der Stift in der Hand beim Erstellen des eigenen Profils: Mit dieser kleinen Umrisszeichnung auf der Rückseite eines Rezeptblockes ist schon das halbe Leben des Ladislaus Szücs skizziert: Arzt und Künstler. Die andere Hälfte ist weniger schön. Denn anders als in der leicht auf den Zettel geworfenen autonomen Selbstreferenz solcher Zeichnungen war es in diesem Jahrhundert nicht leicht, seine Biographie selbst zu bestimmen. Besonders dann, wenn man 1909 in Siebenbürgen geboren wurde. (...) Mit kratzigem Tuschpinsel entworfen, öffnet sich ein Blick auf eine deformierte Welt, in der auch die Symbole für Klugheit und kräftiges Leben stark bedrängt sind: Die Eule der Weisheit ist nurmehr zerzaust und die vertrockneten Bäume krallen ihre Wurzeln wie Hände in den Boden einer Schädelstätte – nur ein einziger Trieb wagt sich hervor."
taz hamburg, 22. 11. 1999

"Seine Zeichnungen reflektieren auf beklemmende Weise das Grauen im Konzentrationslager: Tod, Folter und Misshandlungen. Man sieht Totenköpfe, Gehenkte, Skelette, Hände, die zum Himmel streben. Gesichter, Porträts, Köpfe. (...) Jan Philipp Reemtsma schreibt in einem Dankesbrief (Anm: an L. S.): »Lieber Ladislaus – ich danke Dir von Herzen für die Ablichtung des Bildes – es wir über meinem Schreibtisch hängen als Erinnerung an das große Rätsel, das der Mensch dem Teufel aufgibt: dass aus Leid Schönheit entstehen kann und doch das Leid keinen Verdienst daran hat«."
Eimsbüttler Wochenblatt, 25.11.1999

"Sie sind grausam und zynisch, die Arbeiten des jüdischen HNO-Arztes, der nur Dank seines Berufes das Lager überstand. Grausam auch in ihrer Lustigkeit, da gibt es kleine Kritzeleien, frühe Karikaturen und späte Ablenkmanöver, doch alle haben den sarkastischen Strich des Fassungslosen. Nach der Befreiung bemalte er nahezu jedes Papier, das er in die Hände bekam: Rezeptblöcke, Kalenderblätter und sogar die Hausaufgaben seiner Tochter. Meist verwendete er für die Tuscharbeiten einen abgebrochenen Aquarellpinsel. Dessen unberechenbare Schrappereien, die dicken Kleckse, dünn-zittrige Linien und verwischte Schraffagen symbolisieren den Schmerz eines beinah ausgerotteten Volkes."
Die Welt, 8.12.1999