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20. Reihe: Die Europäische Gesellschaft


Nikola Tietze: Einheitsstreben und kultureller Pluralismus in Europa

4. Mai 2009

„In Vielfalt geeint“ ist das Motto der Europäischen Union. Der Pluralismus der Sprachen, der Religionen und der Traditionen ist grundlegend für den politischen Einigungsprozess in Europa. Neben der Angleichung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen und der Harmonisierung des Markts gehört Schutz und Förderung der Vielfalt zu den zentralen normativen Maßstäben der EU. Doch welche Wirkungen und Konsequenzen besitzt die europäische Politik der Vielfalt? In welchem Verhältnis steht sie zu anderen politischen Grundsätzen wie etwa denen der Gleichheit und Freiheit der Bürger?

Der Vortrag will Konfliktkonstellationen benennen und diskutieren, die die Politik der Vielfalt der EU hervorbringt. Entstehen möglicherweise gerade in diesen Konfliktkonstellationen europäische Interessensverbindungen, Öffentlichkeiten und Verbundenheitsgefühle, die über die nationalen Gesellschaftsbeziehungen der Mitgliedstaaten hinausweisen? Bildet sich europäische Gesellschaft also eher im Streit um Anerkennung und Regelung sprachlicher, religiöser oder traditioneller Partikularitäten als im Konsens über europäische Identität und Wertordnung heraus?

Dr. Nikola Tietze, Soziologin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich „Nation und Gesellschaft“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Moderation: Dr. Ulrike Jureit, Historikerin; Gastwissenschaftlerin der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur; Lehrbeauftragte an der Leuphana Universität Lüneburg

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei