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InstitutsMontage

21. Reihe: Baustelle Kalter Krieg. Zeitgeschichte 20 Jahre nach dem Mauerfall


Bernd Greiner: Stand die Welt an der Schwelle zum Atomkrieg?
Neues zur Kuba-Krise

2. November 2009

„Am Abgrund“, „Nervenprobe“, „Eine Minute bis Mitternacht“: Kaum ein Kapitel Zeitgeschichte wird mit derart dramatischen Attributen ausgestattet wie die Kuba-Krise vom Oktober 1962. Von einem Kokettieren mit dem Weltuntergang zu sprechen scheint durchaus angemessen. Die Öffnung sowjetischer und kubanischer Archive seit den frühen 1990er Jahren führte nicht nur zu einer Neubewertung lange Zeit umstrittener Fragen; zugleich kam teils Überraschendes, teils Schockierendes zu Tage – etwa Fidel Castros Plädoyer für einen nuklearen Erstschlag gegen die USA oder die Tatsache, dass die UdSSR unbemerkt von den USA wesentlich mehr Atomwaffen auf Kuba stationiert hatte als bis dato angenommen. Der Vortrag wird die neuesten Forschungsergebnisse vorstellen, auf gemein wenig beachtete Aspekte der Kuba-Krise eingehen – insbesondere auf die Vorgeschichte und die langfristigen Folgen – und sich ausführlich mit der Frage auseinandersetzen, ob die Welt tatsächlich am Rande eines Atomkrieges stand – oder, ob auch diese Behauptung zu den unzähligen Legenden zu rechnen ist, die wie Mehltau über der Geschichte dieser Konfrontation liegen.

Prof. Dr. Bernd Greiner, Historiker und Politologe; Leiter des Arbeitsbereichs „Theorie und Geschichte der Gewalt“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Moderation: Dr. Claudia Weber, Historikerin; wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich „Theorie und Geschichte der Gewalt“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei