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InstitutsMontage

21. Reihe: Baustelle Kalter Krieg. Zeitgeschichte 20 Jahre nach dem Mauerfall


Tim B. Müller: Intellektuelle Gegenentwürfe zum Kalten Krieg

11. Januar 2010

Die intellektuelle Kultur des Kalten Krieges wird einem genaueren Blick unterzogen, um die Geschichte dieses Zeitalters auf neue Weise zu beleuchten. Es ist wenig ergiebig, vertraute Erzählungen und Polarisierungen – Kalte Krieger und Nonkonformisten, Liberale und ihre Gegner – fortzuschreiben. Stattdessen wird ein archäologischer, archivgestützter Zugang zur "intellectual history" des Kalten Krieges gewählt, der die Umrisse einer umfassenderen Ordnung des Kalten Krieges erkennen lässt.

Eine symptomatische Fallstudie zum intellektuellen Umfeld Herbert Marcuses zeigt dabei zum einen, dass intellektuelle Gegenentwürfe von Anfang an integraler Bestandteil der Kultur des Kalten Krieges waren. Regierungsbehörden und große Stiftungen wie die Rockefeller Foundation stellten die materiellen und institutionellen Grundlagen bereit; liberale Eliten steuerten ein System, das sich auch durch abweichendes Wissen und alternative Deutungskulturen erhielt. Damit wird zum anderen deutlich, dass die Diskurse und Institutionen des Kalten Krieges als strukturelle und epistemische Voraussetzungen zur Genealogie der Neuen Linken gehörten.

Tim B. Müller, Dr. des., Historiker, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Geschichtswissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin.

Moderation: Prof. Dr. Bernd Greiner, Historiker und Politologe; Leiter des Arbeitsbereichs "Theorie und Geschichte der Gewalt" des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei