Lesungen und Buchpräsentationen

Hamburg
4. März 2010
20 Uhr, Eintritt frei
Hamburger Institut für Sozialforschung
Mittelweg 36
20148 Hamburg
Moderation: Dr. Ulrike Jureit
Buchpräsentation
Elissa Mailänder Koslov: Gewalt im Dienstalltag
4. März bis 30. September 2010
Zwischen Herbst 1942 und Frühjahr 1944 bewachten 28 SS-Aufseherinnen die im Konzentrationslager Majdanek inhaftierten Frauen. Ihre Motive, sich als SS-Aufseherin zu bewerben und die von ihnen ausgeübte alltägliche »Gewalt im Dienstalltag« untersucht Elissa Mailänder Koslov anhand von NS-Dokumenten, Zeugenaussagen, Filmen und Erinnerungsliteratur. Ihre Studie nimmt die Machterfahrung und Selbstermächtigung, die zunehmende Brutalität gegenüber den Häftlingen, aber auch die Binnenverhältnisse und Konflikte zwischen den Frauen, das Verhältnis zu den männlichen Kollegen und das Machtgefüge im Lager in den Blick.
Die von den SS-Aufseherinnen ausgeübte physische Gewalt war nicht allein von "von oben" befohlen. Auf allen Dienstebenen verfügten sie über gewisse Handlungsspielräume und Möglichkeiten, die Anordnungen zu interpretieren: Und davon machten sie auch reichlich Gebrauch.
Dr. Elissa Mailänder Koslov,
Literaturwissenschaftlerin und Historikerin; Fachlektorin an der École des Hautes Études en Sciences Sociales in Paris und Koordinatorin des Doktorandenprogramms des Centre Interdisciplinaire d’Études et de Recherches sur l’Allemagne

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