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Vorträge und Diskussionen

Vortrag

Hans Peter Dreitzel: Über die Qualen der Einsamkeit und die Freuden des Alleinseins

14. April 2010

Einsamkeit gilt zu Recht als eine private Hölle – und doch haben viele große Denker von Petrarca bis Heidegger sie als Tor zur Weisheit gelobt. Einsamkeit und Alleinsein sind nicht das gleiche – die erstere ist eher wie eine Erkrankung der letzteren. In modernen Gesellschaften nimmt die Einsamkeit zu, obwohl – oder weil – jeder einzelne in ihnen mit mehr anderen Menschen in Kontakt kommen kann (oder muss!) als je zuvor.

Der Vortrag sucht die Dialektik von objektivem Alleinsein und subjektiven Einsamkeitsgefühlen als Folge des umfassenden Individualisierungsprozesses in modernen Gesellschaften zu verstehen. In diesem Zusammenhang drängen sich wichtige Fragen auf: Welche gesellschaftlichen Prozesse befördern die unglückliche Einsamkeit? Wie lässt sich der pathologischen Vereinzelung in Folge des Individualisierungsprozesses entgegensteuern? Wie lässt sich das Elend der Vereinsamung lindern und wie die Chancen des Alleinseins nutzen?

Der Vortrag möchte dazu anregen, auf  solche und ähnliche Fragen Antworten zu suchen.

Prof. Dr. Hans Peter Dreitzel, Soziologe und Gestalttherapeut; Professor em. an der Freien Universität Berlin

Moderation: Prof. Dr. Heinz Bude, Soziologe; Leiter des Arbeitsbereichs "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei

Eröffnungsvortrag der nicht-öffentlichen Tagung "Arten der Einsamkeit" im Hamburger Institut für Sozialforschung