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Tagungen

Tagung

Ehre und Pflichterfüllung als Codes militärischer Tugenden.
Jahrestagung des Arbeitskreises Militärgeschichte (AKM) e.V.

9. bis 11. September 2010

Konzept

In der Institution Militär ist ein scheinbar die Jahrhunderte überdauernder Code an Tugenden implementiert, der über politische wie soziale Brüche und Wechsel hinweg längerfristig Gültigkeit beanspruchte. Die Rede vom „immerwährenden deutschen Soldatentum“ hat auf diese Weise selbst das beispiellose Versagen auch der militärisch Verantwortlichen vor und während des Zweiten Weltkrieges überdauert. Ihre zentralen Bezugspunkte wie Kameradschaft, Tapferkeit und Treue wurden und werden folglich bis in die heutigen Streitkräfte hinein gefordert. Dieser Tugend-Code erhielt über die Jahrhunderte verschiedene Namen, Ehre und Pflichterfüllung können dabei als zwei der prominentesten kulturellen Muster gelten, wobei die Ehre gemeinhin – oder doch mit der größeren zeitlichen Dauer – der Vormoderne und Pflichterfüllung der Moderne zugeschlagen wird, wenngleich beide als Phänomene langer Dauer zeitlich nur grob begrenzt und inhaltlich auch nur bedingt voneinander abgegrenzt werden können.
Die geplante Tagung setzt sich zum Ziel, in diachroner Perspektive inhaltliche Eckpunkte und Aspekte von militärischer Ehre bzw. Pflichterfüllung zusammenzutragen, deren Bedeutung vergleichend zu diskutieren und gegeneinander zu gewichten. Dabei wird zu klären sein, welche inhaltlichen Verschiebungen und Neuausrichtungen greifbar werden und welche Aspekte zeitübergreifend zum Tragen kommen. Zu diskutieren ist außerdem, ob die Pflichterfüllung die Ehre als Generaltugend im 19. und 20. Jahrhundert abgelöst hat oder beide Konzepte nebeneinander Bestand hatten.