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Vorträge und Diskussionen

Prekarität: Antworten auf neue gesellschaftspolitische Fragen


Monica Budowski: Prekärer Wohlstand: ein brauchbares Konzept für die internationale Forschung?

18. Februar 2009

Aktuell wird in vielen westlichen Ländern diskutiert, wie viele Menschen in die Armut absinken werden, dauerhaft arm bleiben und ob sich die Armut generell auf etwa gleich bleibendem Niveau verfestigt. Oder gelingt es den von Armut betroffenen Menschen, dieses Niveau wieder zu verlassen?  Für Lateinamerika beispielsweise lässt sich schon heute sagen, dass die Mittelschichten die Verlierer der aktuellen ökonomischen Veränderungen sind. Sie sind in eine spezifische, dynamische soziale Position geraten, die als ‚prekärer Wohlstand’ (Hübinger, 1996), bezeichnet wird. Hierbei handelt es sich um eine Kategorie, die einerseits im Unterschied zur Armut und andererseits zum ‚gesicherten Wohlstand’ steht.

Unklarheit besteht jedoch, wie „Mittelschichten“ genau zu identifizieren sind bzw. wie prekärer Wohlstand im Hinblick auf die Bedeutung unterschiedlich weit ausgebauter sozialer Sicherungssysteme in verschiedenen Ländern zu verstehen ist. Hierfür gilt es verschiedene Konzepte der Armutsforschung und neuere Konzepte der Prekaritäts- und Vulnerablitätsforschung zu diskutieren. Ein  vergleichendes Forschungsprojekt „Auskommen mit dem Einkommen“, in dem vier Länder (Chile, Costa Rica, Schweiz und Spanien) untersucht wurden, kommt zu dem Schluss, dass sich das Konzept vom „prekärer Wohlstand“ am besten über materielle Faktoren operationalisieren lässt, denn es setzt nur wenige kontextspezifische Informationen voraus. Erste empirische Resultate in drei Ländern zeigen, dass sich die befragten Personen sozial ähnlich positionieren.

Prof. Dr. Monica Budowski, Soziologin/Ethnologin, Professorin für Sozialarbeit und Sozialpolitik an der Universität Fribourg, Schweiz

Moderation: Dr. Berthold Vogel, Soziologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich „Die Gesellschaft der Bundesrepublik“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung

 

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei