Vorträge und Diskussionen

Prekarität: Antworten auf neue gesellschaftspolitische Fragen
Natalie Grimm: Grenzgänger – ein neuer Typus der Arbeitswelt?
4. März 2009
Prekäre, statusunsichere Erwerbsformen nehmen vor dem Hintergrund disparater Arbeitsmärkte, flexibler Beschäftigung und der Neuordnung der Arbeitsmarktpolitik stetig zu. Leiharbeitsverhältnisse, befristete Beschäftigung, Minijobs und Arbeit im Niedriglohnbereich. führen zu einer Verwischung der Grenzen zwischen den stabilen Zonen der Arbeitswelt, in denen stetige Karrieren und berufliche Sicherheit der Maßstab sind, und der expandierenden Sphäre der Instabilität, deren Merkmale unsichere Erwerbsverläufe, wechselnde Arbeitsverträge und periodische Arbeitslosigkeit sind. Vieles spricht dafür, dass die Zahl und die sozialstrukturelle Bedeutung erwerbsgesellschaftlicher Grenzgänger wächst. Grenzgänger sind diejenigen, die im dauerhaften biografischen Wechselspiel zwischen Perioden der Arbeitslosigkeit und Erwerbstätigkeit, zwischen Formen geförderter und nicht geförderter Beschäftigung, zwischen mehr oder weniger gesicherter Erwerbsformen und Armut trotz Erwerbsarbeit pendeln.
Auf Basis der Daten einer aktuellen qualitativen Panelbefragung geht es um folgende Fragen: Lassen sich typische Konstellationen prekarisierter Erwerbsverläufe von Grenzgängern identifizieren? Sind bestimmte Muster von Auf- und Abstiegsdynamiken erkennbar oder bildet sich eine stabile Randzone dauerhafter Prekarität heraus? Wie empfinden die Grenzgänger ihre Lage, welche Handlungsstrategien entwickeln sie und welche Rolle spielt dabei die neue Arbeitsmarktpolitik?
Natalie Grimm, Diplom Sozialwirtin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Arbeitsbereich „Die Gesellschaft der Bundesrepublik“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Moderation: Prof. Dr. Heinz Bude, Leiter des Arbeitsbereichs „Die Gesellschaft der Bundesrepublik“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei

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