InstitutsMontage

19. Reihe: Bedroht, abgehängt, ausgeschlossen.
Berthold Vogel: Wohlstandskonflikte. Die soziale Frage, die aus der Mitte kommt
2. Februar 2009
In der Mitte der Gesellschaft sind neue Belastungen und echte Verluste zu verkraften. Die Sorge, wenig gewinnen, aber viel verlieren zu können, ist nicht nur ein vages Gefühl der Bedrohung, sondern eine reale wirtschaftliche, berufliche und soziale Erfahrung. Arbeitnehmer, die vor Jahren noch davon ausgehen konnten, dass sie aufgrund ihrer beruflichen Fertigkeiten und professionellen Erfahrungen auf der sicheren Seite des wirtschaftlichen Wandels stehen, sehen sich nun in ihrer Statusposition bedroht und erleben Verluste. Das gilt nicht an allen, aber an immer mehr Orten der Gesellschaft. Die Mitte der Gesellschaft, die Milieus industriell-technischer Facharbeit und öffentlicher Dienste stehen unter Druck. Wohlstands- und Statusfragen werden zu sozialen Fragen, die aus der Mitte kommen. Wohlstandskonflikte entzünden sich. Doch diese Konflikte haben nicht nur eine materielle Seite. In ihnen werden auch die Wertmaßstäbe für die Qualität des gesellschaftlichen Zusammenlebens von morgen verhandelt. Im Blickpunkt stehen hierbei insbesondere die künftigen Strukturen und Arbeitsbedingungen der öffentlichen Dienste, der Wohlfahrtspflege und der Gemeinwohlverantwortung.
Dr. Berthold Vogel, Soziologe; wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich „Die Gesellschaft der Bundesrepublik“ am Hamburger Institut für Sozialforschung, Lehrbeauftragter an der Universität St. Gallen
Moderation: Prof. Dr. Heinz Bude, Soziologe, Leiter des Arbeitsbereichs „Die Gesellschaft der Bundesrepublik“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung, Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel
Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei

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