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20. Reihe: Die Europäische Gesellschaft


Steffen Mau: Ungleichheit und Solidarität in Europa

8. Juni 2009

Mit fast jeder Erweiterungsrunde ist die Europäische Union ungleicher geworden. Die sozialen Disparitäten haben sich vergrößert. Diese Entwicklung hat die einstmals nationale Frage der Ungleichheit auf die europäische Agenda gesetzt. Der Vortrag fragt danach, welche neuen Ungleichheitsmuster auf der europäischen Ebene entstehen: Welche Gruppen und neuen Eliten sind die Gewinner des Europäisierungsprozesses? Kann der Sozialstaat weiterhin umverteilend wirksam werden? Welche Rolle spielen die europäischen Regionen? Wodurch wird die europäische Ungleichheitsstruktur beeinflusst? Mit veränderten Ungleichheitsmustern gehen auch neue Ungleichheitskonflikte einher. Diese entstehen zwischen Gewinnern und Verlierern der Europäisierung, den neuen Kosmopoliten und denjenigen, die den Nationalstaat hochhalten, und zwischen miteinander im Wettbewerb stehenden Regionen. Diese Konfliktdimensionen liegen quer zu den nationalen dominanten Achsen und sorgen dafür, dass auch die Arrangements der Konfliktbefriedung neu verhandelt werden müssen.

Prof. Dr. Steffen Mau, Soziologe, Professor für politische Soziologie an der Universität Bremen, Dean der Bremen International Graduate School of Social Sciences (BIGSSS) der Universität Bremen und der Jacobs University  in Bremen

Moderation: PD Dr. Berthold Vogel, Soziologe, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Arbeitsbereich "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei