28. Oktober 2015

Regina Mühlhäuser: Sexuelle Gewalt deutscher Soldaten gegen jüdische Frauen

Zum Umgang mit "Rassenschande" in den besetzten Gebieten

aus der Reihe: Rasse, Antisemitismus, Sexualität

Mit den Nürnberger Gesetzen wurden sexuelle Kontakte von jüdischen und nicht-jüdischen Menschen im Deutschen Reich unter Strafe gestellt. Das Militärstrafgesetzbuch dehnte das "Rassenschande"-Verbot zudem auf die Front und die besetzten Gebiete aus. Heute gibt es die Vorstellung, diese Gesetze seien konsequent befolgt und durchgesetzt worden. Dagegen zeigen historische Quellen, dass die NS-Ideologie keineswegs deckungsgleich mit den Interessen der Soldaten war. Während des Krieges in Polen und der Sowjetunion übten viele von ihnen sexuelle Gewalt gegen Jüdinnen aus. Dies wurde von der Militärführung weitgehend toleriert. Wie lässt sich heute über diesen Teil der Geschichte sprechen? Und welche Bedeutung hatte der Straftatbestand "Rassenschande" im Kriegsgebiet im Vergleich zum Reich?

Dr. Regina Mühlhäuser ist wissenschaftliche Mitarbeiterin der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur und Koordinatorin der "International Research Group Sexual Violence in Armed Conflict" (SVAC). Ihre Forschungsinteressen umfassen Sexualität und Gewalt im Krieg, Gender und Sexualität im Nationalsozialismus, Geschichte des Internationalen Strafrechts und Erinnerungspolitik in Europa und Asien

Ort: Institut für die Geschichte der deutschen Juden (IGDJ),
Beim Schlump 83 / Ecke Monetastraße, 20144 Hamburg
Beginn: 18.30 Uhr
Eintritt: frei