Vortrag

28. Januar 2016

Christoph Möllers: Was wir mit Normen tun (sollten)

Was wir mit Normen tun und was wir mit Normen tun sollten, sind zwei Fragen, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Trotzdem werden sie selten analytisch getrennt. Es scheint, als zögen Normen selbst distanzierte Beobachter - wie Soziologen und Juristen - derart in den Bann, dass ihrer Beschreibung gleich eine Rechtfertigung auf dem Fuß folgen müsste. In einem ersten Schritt wird zunächst eine weite und offene Phänomenologie normativer Praktiken entwickelt, die einige verbreitete Verengungen des Normbegriffs in Frage stellt. Im zweiten Schritt gilt es zu klären, ob sich diese Phänomene begrifflich wieder einfangen lassen, also nicht zu einem beliebigen Begriff von Norm führen. Der dritte Schritt ist eine Rückkehr zur Frage nach dem "Sollen". Hat eine beschreibend ansetzende Modellierung sozialer Normen etwas zur Rechtfertigung von Normen beizutragen oder hat sie dies anderen Disziplinen - oder einfach der sozialen Praxis selbst - zu überlassen?

Prof. Dr. Christoph Möllers, Jurist; Inhaber des Lehrstuhls für Öffentliches Recht und Rechtsphilosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin, derzeit Permanent Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin

Im Gespräch mit Prof. Dr. Wolfgang Knöbl, Soziologe; Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei

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