InstitutsMontage

21. Reihe: Baustelle Kalter Krieg. Zeitgeschichte 20 Jahre nach dem Mauerfall


Martin Schaad: "Dann geh doch rüber." Über die Mauer in den Osten

15. Februar 2010

Mit der Berliner Mauer verbindet sich die Erinnerung an spektakuläre Fluchten von Ost nach West, an zahllose gescheiterte Fluchtversuche und das tragische Schicksal der Todesopfer. Kaum bekannt ist, dass mehrere hundert Menschen die Berliner Mauer auch in der Gegenrichtung überkletterten – von West nach Ost.

Die Berliner Mauer war die am schärfsten bewachte Grenzanlage des Kalten Krieges. Hüben wie drüben dürften die "Mauerspringer" (Peter Schneider) also für einiges Kopfschütteln gesorgt haben; konnten West-Berliner doch spätestens mit dem Abkommen über den Reise- und Besucherverkehr von 1971 ganz legal einen Grenzübergang benutzen, um nach "Drüben" zu gelangen. Warum riskierten manche, von den Grenzsoldaten verhaftet, womöglich sogar erschossen zu werden?

Für die DDR stellten die "provokatorischen Grenzverletzungen" die gewohnte Situation auf den Kopf. Auch wenn die Staats- und Parteiführung ständig betonte, dass die "Befestigungen an der Staatsgrenze" vor einer äußeren Bedrohung schützen sollten, wusste jeder: Mit Mauer und Schießbefehl wurde die eigene Bevölkerung brutal daran gehindert, das Land zu verlassen. Mit den Mauerspringern West-Ost wurde aus der Propagandalüge doch plötzlich Wahrheit. Wie sollten die DDR Behörden auf diese ungewöhnliche Herausforderung reagieren?

Dr. Martin Schaad MBA, Historiker und stellvertretender Direktor des Einstein Forums, Potsdam

Moderation: Prof. Dr. Bernd Greiner, Historiker und Politologe; Leiter des Arbeitsbereichs "Theorie und Geschichte der Gewalt" des Hamburger Instituts für Sozialforschung

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei