Vorträge und Diskussionen

Das Hamburger Institut lädt (häufig in Kooperation mit unterschiedlichen externen Partnern) in unregelmäßigen Abständen zur Vorträgen und Vortragsreihen ein, es veranstaltet Podiumsdiskussionen und Streitgespräche. Die aktuellen und vergangenen Veranstaltungen sind nach Jahren und Themen chronologisch archiviert.
2012
27. Februar 2012, Vortrag
Natalie Grimm: Prekarität als Dauerzustand.
Erwerbsbiographien in der Zwischenzone der Arbeitswelt
2011
8. Dezember 2011, Vortrag
Michael Ignatieff: "Ill Fares the Land. Was Tony Judt Right about Politics?"
Vortrag im Rahmen des Berliner Colloquiums zur Zeitgeschichte "Tony Judt’s Legacy, or the Past and the Future of Social Democracy and the Welfare State", das am 9. und 10.12.11 stattfindet.
Oktober - Dezember 2011
Vortragsreihe: Streit ums Politische. Regimes der Leidenschaft
Eine Kooperation der Schaubühne Berlin mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung.
Wenn Angela Merkel sagt, sie könne mal liberal, mal sozial und mal konservativ sein, dann ist am Ende egal, was man ist. Die Vorstellung, dass sich im postideologischen Zeitalter die politischen Auseinandersetzungen auf Sachthemen reduzieren lassen, wirft die Frage auf, was mit dem politischen Engagement überhaupt noch gemeint sein könnte. Was ist das Politische, das die politischen Differenzen ermöglicht?
Die gängige Formel von der "Politikverdrossenheit" kommt einem Eingeständnis des Unverständnisses gleich. Jenseits von Carl Schmitt stellt sich Frage nach dem Politischen heute neu. Die zumeist gehandelten Antworten, die auf die Legitimation durch Verfahren oder auf die Normierung nach Gerechtigkeit abheben, bringen die Sache zum Verschwinden. Man steht sprachlos davor, wenn die Leute beim Thema des politischen Engagements nur müde abwinken. Verborgen ist, was einen eigentlich reizen soll, wenn es um Politik überhaupt geht.Was könnte im postideologischen Zeitalter, in dem sich die politischen Auseinandersetzungen auf Sachthemen reduzieren lassen, mit dem politischen Engagement überhaupt noch gemeint sein? Was ist das Politische, das die politischen Differenzen ermöglicht? Man kann sich dabei auf die Beobachtung beziehen, das "junge Leute" heute in Umfragen angeben, sich durchaus nicht als unpolitisch anzusehen, aber zu den "traditionellen" Formen der politischen Beteiligung in Parteien, Gewerkschaften etc. auf Distanz gehen. Genauer nachgefragt, stellt sich dann heraus, dass sie gar nicht wissen, was es heißt, sich politisch zu engagieren.
Die Vortragsreihe nimmt Bezug auf ein Gesellschaftsdenken, das eine scharfe Differenz zwischen dem Politischen und dem Sozialen macht. Der starre Blick auf die soziale Symmetrie kann den Impuls zur politischen Souveränität zunichte machen. Die Motive der unhintergehbaren Herrschaft, der notwendigen Repräsentation und der unendlichen Demokratie sollen die Frage nach dem politischen Engagement mit der nach der persönlichen Existenz in Berührung bringen. Was für ein Einsatz ist gefordert, wenn man sich als politisches Wesen begreift, das die öffentlichen Angelegenheiten nicht sich selbst überlässt?
Kurator der Reihe ist Heinz Bude. Er leitet den Arbeitsbereich "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" des Hamburger Instituts für Sozialforschung und ist Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel.
27. Oktober 2011
Christoph Möllers: Wir, Ihr oder Sie? Formen und Identifikationen des Politischen
3. November 2011
Oliver Marchart: Was ist das Politische? Wo ist Politik? Antworten jenseits von Mao und Bartleby
17. November 2011
Raymond Geuss: Wer das Sagen hat
8. Dezember 2011
Isabelle Graw: Rohstoff Leben. Andy Warhols Factory als biopolitisches Theater
7. Dezember 2011 bis 1. Februar 2012, Vortragsreihe
Hamburger Vorträge zu Gewalt und Genozid
29. Oktober 2011, Vortrag
Nacht des Wissens
Zum vierten Mal wird es in Hamburg eine lange Nacht mit Wissenschaft und Forschung geben. Hochschulen, wissenschaftliche Einrichtungen und Forschungsbereiche gewähren dann spannende Einblicke hinter die Kulissen und zeigen, wie faszinierend und fesselnd Wissenschaft für Jung und Alt sein kann.
13. Oktober 2011, Vortrag
Eric D. Weitz: Für wen gelten die Menschenrechte?
Ein kritischer Blick auf das Zeitalter der Selbstbestimmung
Rechte haben wir niemals nur als Individuen – ein globales Bürgerrecht ist ein schöner Traum, keine Realität.
28. September 2011, Vortrag
Bernd Greiner: 9/11. Der Tag, die Angst, die Folgen
Was geschah wirklich am 11. September 2001? Seit zehn Jahren recherchieren staatliche Ermittler und Historiker. Dennoch haben Verschwörungstheorien über "9/11" nach wie vor Hochkonjunktur.
26. September 2011, Diskussion
Politische Bildung heute: Wozu, wohin, für wen?
7. Juli 2011, Vortrag
Timothy Snyder: Bloodlands: Europe Between Hitler and Stalin
Vortrag im Rahmen der Reihe "Hamburger Vorträge zu Genozid und Gewalt", organisiert von der Professur für die Geschichte Afrikas (Prof. Dr. Jürgen Zimmerer) in Verbindung mit dem International Network of Genocide Scholars (INoGS) und dem Hamburger Institut für Sozialforschung.
11. April 2011, Vortrag
Janosch Schobin: Einsamkeit als soziale Tatsache? Thesen zur gesellschaftlichen Dynamik sozialer Isolation
Sollte sich die Einsamkeit als soziales Phänomen erweisen, dann führt dies zu einer Reihe gesellschaftsdiagnostischer Fragen: Was geschieht mit den Milieus der Einsamkeit, wenn die Bevölkerung rapide altert? Welche Empfindungen der Einsamkeit entstehen in einer Gesellschaft, die von der Integration durch Aufstieg auf komplexe Schematismen sozialer Exklusion umstellt?
Januar - März 2011
Vortragsreihe: Stuttgart 21 – reflexiv. Gesellschaftstheorie eines lokalen Ereignisses
Eine Kooperation des Hebbel am Ufer (HAU) mit dem Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS)
Im Blick auf die Proteste gegen Stuttgart 21 stellt sich die Frage nach einer Transformation des Politischen. Was sagen die Unruhen, die einen zentralen Standort der exportorientierten Hochproduktivitätsökonomie spalten, über den Zustand des Landes? Wie stellt sich das Verhältnis von politischer Planung, gesellschaftlicher Stimmung und zivilem Ungehorsam am Fall Stuttgart 21 dar? Dahinter steckt die von einer kritischen Gesellschaftstheorie aufgeworfene Frage nach dem aktuellen Ausdruck des prinzipiellen Widerspruchs zwischen konkreten gesellschaftlichen Bedürfnissen und den allgemeinen, in Verfahren realer Abstraktion zur Verhandlung stehenden ökonomischen Verwertungsimperativen. Zudem bringen neuartige generationelle Allianzen ein Erregungspotential eigener Art mit sich. Dann träte eine Politik im Zeitalter der Postpolitik in Erscheinung, die im Kern einer biopolitischen Grammatik folgt, für die das politische System als repräsentativer Ausdruck des Volkswillens kein Sensorium hat.
Moderation: Heinz Bude
Der Soziologe Heinz Bude leitet den Arbeitsbereich "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" des Hamburger Instituts für Sozialforschung und ist Inhaber des Lehrstuhls für Makrosoziologie an der Universität Kassel.
13. Januar 2011
Jens Hacke: Die lange Dauer des technischen Staates. Grenzen einer Legitimation durch Verfahren
8. Februar 2011
8. März 2011
14. März 2011
Ulrich Bielefeld: Der Auftritt des Volkes auf der leergeräumten Bühne der Macht
22. Februar 2011, Vortrag
Herfried Münkler: Spaltet sich die Mitte?
Über soziale und politische Stabilität in Deutschland
Mit Blick auf die Gesellschaft ist es von jeher die Überzeugung, dass eine breite soziale Mitte für ein stabiles Fundament sorgt, der Garant des Gemeinwesens ist. Aber was sind die Kosten der Mitte? Gibt es keine, wie man lange glauben machte?
2010
25. November 2010, Diskussion
"Generation Bund."
Zeitzeugengespräch über die Aufbaugenerationen der Bundeswehr
Veranstaltung aus Anlass der Publikation des Sammelbandes "Militärische Aufbaugenerationen der Bundeswehr 1955 bis 1970. Ausgewählte Biografien" herausgegeben im Auftrag des Militärgeschichtlichen Forschungsamts von Helmut R. Hammerich und Rudolf J. Schlaffer im R. Oldenbourg Verlag München.
26. Oktober 2010 bis 5. Juli 2011, Forschungskolloquium
"Kulturen des Rechts in Russland" und "Geschichten vom Ende der Sowjetunion"
April - Juni 2010
Vortragsreihe: Menschen ohne Papiere
Hamburger Beiträge zur Erforschung irregulärer Migration
Das eigene Heimatland verlassen zu können, ist ein Menschenrecht. In ein anderes Land ohne Erlaubnis einzureisen, gilt als Verbrechen. Mit hohem Aufwand versuchen Nationalstaaten unerwünschte Migration durch Grenzkontrollen zu verhindern. Dennoch leben laut Schätzungen allein in Europa bis zu 3,8 Millionen Menschen ohne Papiere. Irreguläre Migration ist ein politisch umkämpftes Thema, bei dem ordnungspolitische und menschenrechtliche Präferenzen im Widerstreit stehen. Seit der Veröffentlichung einer Studie zu "Menschen ohne Papiere" im letzten Jahr wird in Hamburg über Möglichkeiten eines angemessenen Umgangs mit irregulärer Migration ernsthaft diskutiert. Grund genug, Hamburger Sozialwissenschaftlerinnen zu präsentieren, die zu Aspekten irregulärer Migration forschen und publizieren. Die Reihe gibt einen Überblick über in Hamburg angesiedelte aktuelle Forschungsarbeiten zu irregulärer Migration, bietet die Möglichkeit zu Austausch und Vernetzung und möchte intellektuelle Impulse für eine sensible politische und akademische Debatte setzen.
21. April 2010
Dita Vogel: Irreguläre Migration - eine globale Herausforderung
28. April 2010
Marianne Pieper: Politiken illegalisierter Migrantinnen und Migranten
5. Mai 2010
Ursula Neumann: Kinder und Jugendliche ohne Papiere
19. Mai 2010
Kerrin-Sina Arfsten: Illegale Einwanderer: Feindbild an der US-mexikanischen Grenze
26. Mai 2010
Dirk Kohnert: Afrikanische Migranten vor der Festung Europa
2. Juni 2010
Norbert Cyrus: Grenzen und Alternativen der Migrationskontrolle
19. April 2010, Vortrag
Gerd Hankel: "Wenn du nicht sicher bist, töte". Die Stellung von Kombattanten, Nichtkombattanten und Zivilisten im Krieg
Welches sind die wichtigsten Bestimmungen des humanitären Völkerrechts, die eine "Entgrenzung" von kriegerischem Handeln verhindern können?
14. April 2010, Vortrag
Hans Peter Dreitzel: Über die Qualen der Einsamkeit und die Freuden des Alleinseins
Wie lässt sich die Dialektik von objektivem Alleinsein und subjektiven Einsamkeitsgefühlen als Folge des umfassenden Individualisierungsprozesses in modernen Gesellschaften verstehen?
18. Januar 2010, Diskussion
Bürgerliche Integration und gesellschaftlicher Ausschluss
Fragen über den Zusammenhang von bürgerlichen Inklusionsvorstellungen und gesellschaftlichen Exklusionspraktiken spitzen sich im Zeitalter postsäkularer Spannungen, migrantischer Mischungen und sozioökonomischer Verwerfungen zu.
3. November 2009 bis 6. Juli 2010, Forschungskolloquium
Transnationalität in der Geschichte Osteuropas. Fragen an ein Konzept
Das Kolloquium will Perspektiven einer europäischen und globalen Geschichtsschreibung nach dem Kalten Krieg konkretisieren.

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