Vorträge und Diskussionen

Das Hamburger Institut lädt (häufig in Kooperation mit unterschiedlichen externen Partnern) in unregelmäßigen Abständen zur Vorträgen und Vortragsreihen ein, es veranstaltet Podiumsdiskussionen und Streitgespräche. Die aktuellen und vergangenen Veranstaltungen sind nach Jahren und Themen chronologisch archiviert.

1999

 

10. September 1999, Diskussion
Wo(für) steht Osteuropa?

 

9. September 1999, Vortrag
Zygmunt Bauman: Europe in the Globalising World

 

23. Juni 1999, Vortrag
Friedrich P. Kahlenberg: Bilder als historische Quelle

 

17. Juni 1999, Vortrag
Hannes Heer, Bernd Boll: Erfahrungen mit einer Ausstellung: Biographische Geschichtskonstruktionen

 

3. Juni 1999, Vortrag
Bernd Greiner, Klaus Naumann: Erfahrungen mit einer Ausstellung: Die Wehrmachtslegende

 

29. April 1999, Vortrag
Niall Fergusson: Eine neue Kriegsschuld-Debatte?

 

21. April 1999, Vortrag
Shlomo Wolkowitz: Das Grab von Zloczow

 

15. April 1999, Diskussion
Aufgaben der Eliten: Die Republik nach Bonn und vor Berlin

 

24. Februar 1999, Vortrag
Yushi Ishida: Der "Totale Krieg" und die Verbrechen des japanischen Militärs 1931 bis 1945

 

September 1998 - Januar 1999
Vortragsreihe: Das Echo des Dreißigjährigen Krieges - Konsequenzen und Rezeption totaler Gewalterfahrung in Staat und Gesellschaft von 1648 bis heute

Die Vorlesungsreihe analysiert Konfliktkonstellationen und Eskalationsdynamiken und fragt nach Möglichkeiten der Überwindung religiöser/ethnischer und territorialer Spannungslagen.

In diesem Herbst wird vielerorts des 350sten Jahrestages des Westfälischen Friedens gedacht. Der in Festakten und großen wie kleinen Ausstellungen gefeierten Unterzeichnung des "europäischen" Friedensvertrages vom 24. Oktober 1648 in Münster und Osnabrück ging nicht nur zähes dreijähriges diplomatisches Feilschen voraus, vielmehr dauerten die Kämpfe während der Friedensgespräche unvermindert an. Solch mühsamen Verhandlungen lag ein Konglomerat einzelner - sich über drei Jahrzehnte hinziehender - Kriege zugrunde. Diese sich lokal, territorial und national sehr unterschiedlich auswirkenden Schlachten, Plünderungen und Zerstörungen hatten sich schon den Zeitgenossen als eine einzige große, grenzüberschreitende Tragödie ins Gedächtnis geschrieben.

Die Ansichten über die Ergebnisse des berühmten Friedensschlusses gehen heute weit auseinander. Bewerten die einen das Vertragswerk als Garanten einer 150 Jahre andauernden relativen Stabilität auf dem europäischen Kontinent, betonen andere gerade die "Bellizität" des 17. Jahrhunderts, das von "Türken"-, Erbfolge- und Territorialkriegen nach 1648 geradezu überschwemmt wurde. Noch im 18. und 19. Jahrhundert konnte der Ausgang des "Großen Krieges" als Legitimation für neue militärische Auseinandersetzungen genutzt werden.

350 Jahre später läßt sich angesichts der in den letzten beiden Jahrzehnten z.B. im Libanon, in Ex-Jugoslawien oder in einigen ehemaligen Sowjetrepubliken aufgeflammten Kriege nicht übersehen, daß sich zum längst vergangenen "Dreißigjährigen" viele grausame Parallelen finden lassen.

Staatsideologische Rezeption und Instrumentalisierung des Dreißigjährigen Krieges, gerade in der deutschen Kultur und Politik der späteren Jahrhunderte, können möglicherweise Aufschluß darüber geben, wie sich die extreme Gewalterfahrung auf die folgenden Generationen auswirkte und welche Rolle vergangene Kriege für die weitere gesellschaftliche Entwicklung spielen können.

 

30. September 1998

Georg Schmidt: Der Westfälische Frieden als Reichsgrundgesetz.
Nationale Wertvorstellungen und religiöse Spannungen

21. Oktober 1998

Rolf Pröve: Gewalt, Recht und Herrschaft
Wahrnehmung und Darstellung von Gewalt in den Kriegen des 17. Jahrhunderts

18. November 1998

Johannes Burkhardt: Nicht-Aufhören-Können
Ein Verhaltensmuster des Dreißigjährigen Krieges in historischer und aktueller Perspektive

9. Dezember 1998

Theodor Hanf: Instrumenta pacis in vergleichender Perspektive. Zum Westfälischen und Libanesischen Frieden

13. Januar 1999

Bernd Schönemann: Zur Rezeption des Dreißigjährigen Krieges in Schule und Literatur vom Kaiserreich bis zum Nationalsozialismus

27. Januar 1999

Bernhard R. Kroener: Ein protestantisch-arischer "Held aus Mitternacht"
Der Gustav-Adolf-Mythos (1890-1945)

1997

 

12. Dezember 1997, Vortrag
Jan Philipp Reemtsma: Holocaust und "Schindlers Liste"

 

11. Dezember 1997, Diskussion
Der Fotograf und das Schiffeversenken

 

3. November 1997, Vortrag
Henry Friedlander: Das NS-Euthanasieprogramm - Anfang der "Endlösung"?

 

25. September 1997, Vortrag
Étienne Balibar: Grenzen der Welt, Grenzen der Politik

 

16. September 1997, Vortrag
Joachim Gauck: Die Aufarbeitung der SED-Diktatur als Förderung des Demokratie-Diskurses

 

16. bis 27. August 1997, Vortrag
Reste des Ganzen. Kunst und Kultur der Gegenwart

 

24. Juni 1997, Vortrag
Hans Keilson, Boia Efraime junior: Der Kleine Soldat. Grenzen und neue Wege in der psychosozialen Arbeit mit kriegstraumatisierten Kindern und Jugendlichen

 

8. Januar 1997, Vortrag
John Borneman: Retribution and Judgement: Violence, Democratic Accountability, and the Invocation of The Rule of Law

1996

 

25. November 1996, Vortrag
Magers Vestermanis: "Deportiert aus deutschen Städten ..."

 

24. November 1996, Vortrag
Jiskor - Memento für einen Löwen

 

4. September 1996, Diskussion
"Hitlers willige Vollstrecker". Die Goldhagen-Kontroverse

 

20. Juni 1996, Diskussion
Victor Klemperers Beobachtungen im Herz der Finsternis (1933 - 1945)

 

13. Juni 1996, Vortrag
Jürgen Bauer, Yehuda Bauer: Freikauf von Juden? Verhandlungen zwischen dem nationalsozialistischen Deutschland und jüdischen Repräsentanten

 

2. November 1995 bis 28. März 1996, Vortrag
Ethnisierung der Politik - Politisierung der Ethnizität

 

24. März 1996, Diskussion
Projektionsfläche Balkan: Bilderkrieg - Kriegsbilder: Europäische Rezeptionsweisen des Balkankrieges