Hamburger Vorträge zu Demokratie und Staatlichkeit: Südeuropa als Problem?

Vortragsreihe

November 2017 - Dezember 2017

Hamburger Vorträge zu Demokratie und Staatlichkeit: Südeuropa als Problem?

Europa scheint ein Problem namens Südeuropa zu haben. Lange verdrängt und ignoriert wurde es mit der Staatsschuldenkrise von 2012 aus Sicht vieler Experten akut. Die rasant gewachsenen Anleiherenditen drängten die Eurozone an den Rand eines Zusammenbruchs, wovon das umstrittene Anleihekaufprogramm der Europäischen Zentralbank weiterhin zeugt. Assoziationen wie Familismus, Klientelismus und politische Instabilität lassen Zweifel daran aufkommen, ob diese Politik gerade mit Blick auf Südeuropa langfristig Erfolg versprechen kann. War diese Region nicht stets das andere Europa, ein Hort kultureller Subversion, verbunden mit einem Hang zu autoritären Diktaturen? Sind die in die sem Klima gedeihenden populistischen Bewegungen Ausdruck dessen und damit neben der wirtschaftlichen auch eine politische Gefahr?– Oder ist dieses Bild von Südeuropa schlicht ein Klischee, das vor allem die Identitäten im nördlichen Teil Europas stärken soll? Die Vorträge greifen diese Fragen auf und zeigen so Wege zu präziseren Analysen jenes von den Geschichts- und Sozialwissenschaften so häufig vernachlässigten Raums.