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Vorträge und Diskussionen

Vortrag

Gerd Hankel: "Wenn du nicht sicher bist, töte". Die Stellung von Kombattanten, Nichtkombattanten und Zivilisten im Krieg

19. April 2010

Ob im letzten Gaza-Krieg oder im vergangenen Bürgerkrieg in Sri Lanka, ob im aktuellen Irak-Konflikt oder in Afghanistan, die Zahl der Opfer unter der unbeteiligten Zivilbevölkerung war und ist hoch. "Kollateralschaden" lautet der verharmlosende Begriff, der sich für diese Opfer seit geraumer Zeit eingebürgert hat.

Dabei enthält das humanitäre Völkerrecht eine Reihe zentraler Regeln, die sich auf das Verhalten von Kombattanten und vor allem auf den Schutz von Zivilisten beziehen. Allerdings machen es auch diese Regeln nicht immer einfach, den Moment zu bestimmen, an dem die völkerrechtskonforme Kriegführung zu einer rechtswidrigen oder gar verbrecherischen wird. Bei den Konfliktparteien scheint daher die Versuchung groß, diesen Umstand für eigene Ziele auszunutzen. Propaganda und gezielte Desinformation tun ein Übriges, um das Bild zu trüben und strafrechtlich relevante Verantwortlichkeiten zu verwischen.

Der Vortrag macht mit den wichtigsten Bestimmungen des humanitären Völkerrechts bekannt, die eine "Entgrenzung" von kriegerischem Handeln verhindern sollen. Anschließend werden konkrete Fälle und Situationen vorgestellt, in denen das humanitäre Völkerrecht missachtet wurde. Sie dienen zugleich als Grundlage für die Erörterung eines möglichen strafbaren Verhaltens und als Ausgangspunkt für die Entwicklung eines rechtlich umsetzbaren Vorschlags zur Vermeidung von Gewalteskalationen.

Dr. Gerd Hankel, Völkerrechtler und Sprachwissenschaftler; Gastwissenschaftler der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur im Hamburger Institut für Sozialforschung

Moderation: Dr. Ulrike Jureit, Historikerin; Gastwissenschaftlerin der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur im Hamburger Institut für Sozialforschung

Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei