InstitutsMontage

22. Reihe: Politik der Sorge
Berthold Vogel: Wer trägt die Sorge für das Ganze? Anmerkungen zur Zukunft sozialer Staatlichkeit
7. Juni 2010
Bedarf es noch der Sorge für das Ganze in einer Gesellschaft der Individuen? Hat soziale Staatlichkeit eine Zukunft? Sind deren Finanzquellen und Sinnressourcen nicht längst erschöpft? An welchen Prinzipien werden sich künftig staatliche Aktivitäten orientieren?
Der Vortrag verhandelt Fragen der Sorge als politische und rechtliche Themen, als Aufgabe öffentlicher Verantwortung. Sorge ist nicht ausschließlich private Aktivität, die auf den Binnenraum der Familie beschränkt ist. Gleichwohl bedarf die Sorge für das Ganze funktionsfähiger privater Aktivitäten. Hier wirkt Solidarität und der Geist der Subsidiarität, der soziale Staatlichkeit erst ermöglicht. Das Gelingen sozialer Staatlichkeit ist zugleich mit der Qualität öffentlicher Dienstleistungen verknüpft. Dabei werden Fragen des Gemeinwohls und der Wohlfahrtsverantwortung nicht nur verhandelt, sondern praktiziert. Zweifelsohne gibt es keine glückliche Rückkehr zu einem "sorgenden Staat". Doch ebenso wenig Zukunft hat die frivole Staatsverachtung mancher, die in der öffentlichen Ordnung nur die Alimentierung der anderen zu erkennen vermögen.
PD Dr. Berthold Vogel, Soziologe; wissenschaftlicher Mitarbeiter und Forschungsprojektleiter im Arbeitsbereich "Die Gesellschaft der Bundesrepublik" des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Moderation: PD Dr. Ulrich Bielefeld, Soziologe; Leiter des Arbeitsbereichs "Nation und Gesellschaft" des Hamburger Instituts für Sozialforschung
Ort: Hamburger Institut für Sozialforschung, Mittelweg 36, 20148 Hamburg
Beginn: 20 Uhr
Eintritt: frei

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