Kaspar Maase

BRAVO Amerika

Erkundungen zur Jugendkultur der Bundesrepublik in den fünfziger Jahren

312 Seiten, 39 Abbildungen
ISBN 978-3-88506-181-7
Erschienen April 1992

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Mit den Rock´n´Roll begeisterten Halbstarken und Teenagern der späten fünfziger Jahre wuchs in Deutschland die erste Generation heran, die weitgehend durch die amerikanische Populärkultur beeinflußt war.

Eltern, Pädagogen, Pfarrer und Publizisten reagierten schockiert und zogen gegen »sexuelle Zügellosigkeit« und den »Kulturverfall bei der Jugend«, gegen Elvis-Tolle und Petticoats, Nietenhosen und heiße Musik zu Felde.

Kaspar Maase betrachtet die Auseinandersetzungen aus der Sicht Jugendlichen von damals. Welche Bedeutung gaben sie dem American way of life und seinen Symbolen? Wie veränderte sich Ihr Leben? Anhand zahlreicher biographischer Interviews und einer Analyse der Jugendzeitschrift BRAVO, deren erstes Heft 1956 erschien, entsteht ein facettenreiches Portrait rebellischer deutscher Jugendkultur in der Adenauer-Ära.

AutorIn/Hg.

Kaspar Maase

Dr. phil., Jg. 1946, studierte Germanistik, Soziologie und Kunstgeschichte in München und promovierte in Kulturtheorie an der Humboldt Universität in Berlin (DDR).

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Inhalt

Das Erbe kultureller Verwestlichung. Eine Einleitung   9

Amerikanisierung - Der Trend des 20. Jahrhunderts?   21
Zauberlehrlinge des Industrialismus   23
Vulgärkultur als Exportschlager   28
Der persönliche Sinn von »Amerikanisierung« - Anmerkungen zur Methode   32

Zwischen irdischem Paradies und Luxushölle - Deutsche Amerikabilder   41
Freiheitsgefängnis oder Utopia des kleinen Mannes?   42
»Abgründe, über die sich keine Brücken schlagen lassen«   47

Sehnsüchte und Glückserfahrungen in bleierner Zeit - Lebensgefühle der fünfziger Jahre   63

Ungeduldige Kinder der neuen Zeit - Jugendliche zwischen Restauration und Rock'n'Roll   73
Geld und böse Worte - Wie Heranwachsende nach Autonomie strebten   75
Das Amerikabild der Nachkriegsgeneration   83
»Don't bother me, leave me alone« - Rock'n'Roll und Rebellion in den USA   90
Probelauf westdeutscher Jugendkultur im American style   95
BRAVO als Medium zwischen den Generationen   104

Auf dem Web zum zivilen Habitus   113
»... ein lässiges buntes Hemd lieber als die glänzendste Uniform« - Nicht-soldatische Männlichkeit für die deutsche Jugend   113
Ausbrüche in der Unterordnung - Impulse für den weiblichen Habitus   131
»Frank Sinatra kennt keine Rassenunterschiede« - Toleranz im Selbstverständnis der Teenager-Generation   140
»Elvis weiß wie man sich verkauft« - Kommerzielle gegen idealistische Haltungen   146
Die Mehrdeutigkeiten der Teenager-Kultur   158

»Sekt und Coca-Cola« - Klassenperspektiven auf die amerikanische Lebensart   177
Rock'n'Roll für die Arbeiterjugend, Jazz für die Bildungsschichten   177
Der American way of life als verwirklichte Utopie guten Lebens   186
»... unter aller Kanone« - Bürgerliche Distanzierung von der amerikanischen Lebensart   190

Wandel kultureller Machtbalancen   199
Endstation Spießbürgerlichkeit? - Langzeitwirkungen jugendlicher Ausbruchsversuche   200
»Amerikanisierung« als Informalisierung   204
»Musik, die sich nichts Besseres dünkt« - Verlust von Aura und Legitimität der Institution Kultur   219

Ein popularer Modernisierungsweg?   231

Anhang

Anmerkungen   243

Quellen und zitierte Literatur   281

Bildnachweis   311

Danksagung   312

Über den Autor   312