Jens Kersten/Claudia Neu/Berthold Vogel

Demografie und Demokratie

Zur Politisierung des Wohlfahrtsstaates

151 Seiten
ISBN 978-3-86854-253-0
Erschienen September 2012

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Generationengerechtigkeit, Altersdiskriminierung und soziale Sicherheit sind Schlagworte einer demografischen Debatte, die nicht nur die Politik und Wissenschaft herausfordert, sondern auch in der Bevölkerung Sorgen und Ängste hervorruft. Der demografische Wandel setzt die demokratischen Grundlagen unserer Gesellschaft unter Druck. Eine schrumpfende Bevölkerung, eine alternde Gesellschaft und neue regionale Ungleichgewichte zwischen verlassenen Orten und wachsenden Städten provozieren Verteilungsfragen und polarisieren die Sozialordnung des Wohlfahrtsstaates. Wie wird mit immer markanter formulierten Partikularinteressen unterschiedlicher Bevölkerungs- und Altersgruppen umgegangen? Und in welchen Lebensbereichen stellen die demografischen Veränderungen die normativen Orientierungen und strukturellen Grundlagen des Gemeinwesens in Frage? Die Autoren lenken die Aufmerksamkeit auf Wohlstandskonflikte und Verteilungsfragen, allesamt Entwicklungen, die Gestalt, Form und Mentalität des Sozialen prägen. Erweist sich der demokratische Wohlfahrtsstaat als flexibel genug, die demografische Herausforderung anzunehmen?

Jenseits von Niedergangsszenarien und Heilsversprechen à la »Weniger sind mehr« wird hier erstmals auf verfassungs-, infra- und wohlfahrtsstruktureller Ebene nicht nur eine differenzierte Analyse des konfliktreichen Spannungsverhältnisses zwischen Demografie und Demokratie vorgestellt, sondern auch eine Perspektive entwickelt, wie die gefährdeten demokratischen und sozialen Grundlagen unserer Gesellschaft bewahrt werden könnten.

AutorIn/Hg.

Jens Kersten

Prof. Dr. jur., geb. 1967, Professor für Öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

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Claudia Neu

Prof. Dr., geb. 1967, Professorin für Allgemeine Soziologie an der Hochschule Niederrhein in Mönchengladbach.

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Berthold Vogel

Berthold Vogel, Prof. Dr. disc. pol., geschäftsführender Direktor des Soziologischen Forschungsinstituts Göttingen an der Georg-August-Universität. Von 2006 bis 2016 Wissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung. Seine wissenschaftlichen Arbeitsschwerpunkte sind politische Soziologie sozialer Ungleichheit, Wandel der Arbeitswelt und Theorie und Empirie des Wohlfahrtsstaates.

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Inhalt

I Demografie und Demokratie   7

II Verfassungsstruktur   17
1. Politik   20
2. Familie   29
3. Altersdiskriminierung   35
4. Soziale Sicherheit   42
5. Teilhabe   47
6. Kommunen, Eigentum, Klimaschutz   53
7. Finanzen   60

III Infrastruktur   62
1. Infrastruktur, Daseinsvorsorge, Lebensverhältnisse   63
2. Demografische De-Infrastrukturalisierung   69
3. Defensive Ignoranz   74
4. Verantwortungs- und Bedarfsstruktur   78
5. Neue Sichtbarkeit der Infrastrukturen   86

IV Wohlfahrtsstruktur   92
1. Wir sind dann mal weg. Von gelichteten Räumen zu gelichteten Sozialstrukturen   99
2. Wer spricht hier? Vom öffentlichen Amt zur Entprofessionalisierung der Verwaltung   113
3. Aufgabe als Aufgabe? Von der schrumpfenden Gesellschaft zur Unverbindlichkeit bürgerschaftlichen Engagements   122

V Zur Politisierung des Wohlfahrtsstaates   128

Bibliografie   141
Zur Autorin und zu den Autoren   152