Catherine Colliot-Thélène

Demokratie ohne Volk

Aus dem Französischen von Ilse Utz
251 Seiten
ISBN 978-3-86854-232-5
Erschienen September 2011

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Catherine Colliot-Thélène zielt darauf ab, unser Verständnis von Demokratie zur Zukunft hin zu öffen, anstatt der Demokratie nachzutrauern oder sich mit einem Demokratie-Torso in den Grenzen der eingeschränkten Macht des Nationalstaats zu begnügen.

Die Erosion des Nationalstaats durch juristische und politische Globalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Wie sieht die Zukunft der Demokratie in einer globalisierten Welt aus?

Heute wird die Globalisierung häufig dafür verantwortlich gemacht, dass die auf Nationalstaaten ausgerichtete Demokratie in einer Sackgasse steckt. Doch diese strukturellen Veränderungen stellen uns auch vor die Herausforderung, neu über die demokratische Realität der politischen Systeme nachzudenken, die aus den Revolutionen am Ende des 18. Jahrhunderts hervorgegangen sind und die unsere Vorstellung von Demokratie bis heute prägen.

Nicht nur das politische Subjekt verändert sich und muss seine Identität anderweitig verorten. Auch aus der veränderten Rolle des Nationalstaats im Raum der heterogenen Machtinstanzen, die die globalisierte Welt ausmachen, ergibt sich die Notwendigkeit, die gemeinschaftszentrierte Konzeption von Demokratie zu dekonstruieren und neu zu denken.

 

 

AutorIn/Hg.

Catherine Colliot-Thélène

Professorin für Philosophie an der Universität Rennes I. Von 1999 bis 2004 war sie Direktorin des Centre Marc Bloch in Berlin, 2008 Gastwissenschaftlerin am Hamburger Institut für Sozialforschung. Catherine Colliot-Thélène ist Mitherausgeberin der Zeitschrift European Journal of Political Theory.

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Inhalt

Einleitung  7

1  Die subjektiven Rechte  35
Die subjektiven Rechte: ein umstrittener Begriff  35
Kant: das Privatrecht, eine Theorie der subjektiven Rechte  39
Die Individualisierung von Rechten  47
Marx, die Rechtsgleichheit und die Demokratie  58

2  Die Demokratie  69
Einige Reflexionen zur modernen Geschichte des Demokratiebegriffs  69
Die Demokratie als Regierung des Volkes oder: War Rousseau ein Demokrat  75
Von Rousseau zu Kant  96
Kritiken an der Demokratie: Volk, Pöbel, Bevölkerung  102

3  Die Demokratisierung der Demokratien  111
Von den Bürgerrechten zu den sozialen Rechten:
die Bindung der subjektiven Rechte an einen bestimmten Status  111
Die Rechte von Ausländern  140

4  Demokratie ohne demos  157
Demokratie ohne demos: von Schmitt zu Kant  157
Liberaler Individualismus und Demokratie  157
In Kämpfen gewachsene Solidarität: die unmögliche »Veralltäglichung«  178
Abschied von allen gemeinschaftszentrierten Konzeptionen?  190

5  Die Zukunft des politischen Subjekts im Kontext der Globalisierung  197
Staatsbürgerschaft und Solidarität  197
Die Entnationalisierung von Staatsbürgerschaft  209
Die neuen Schauplätze bürgerschaftlicher Innovativität: die Stadt  218
Die neuen Schauplätze bürgerschaftlicher Innovativität: die Welt?  223

Schlussbetrachtungen  233

Bibliografie  246

 
Originalausgabe La Démocratie sans Demos: Hamburger Edition HIS Verlagsges.mbH