Jens Hacke

Die Bundesrepublik als Idee

Zur Legitimationsbedürftigkeit politischer Ordnung

129 Seiten
ISBN 978-3-86854-214-1
Erschienen September 2009

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Die Ideengeschichte der Bundesrepublik bietet eine essentielle »Vorratsreflexion«, deren Bestände politischtheoretischen Denkens es angesichts gegenwärtiger Herausforderungen neu zu evaluieren gilt.

Die Entstehung der Bundesrepublik hatte ihren Ursprung in der totalen Kriegsniederlage und den politischen Vorgaben der Westalliierten. Konservative wie linke Kritiker waren sich einig darin, geringschätzig auf ein "Land ohne Idee" herabzublicken. 

Im Rückblick auf die sechzigjährige Bundesrepublik eröffnet sich jedoch eine überzeugende ideenpolitische Perspektive – nämlich eine eigenständige Begründung des liberalen Verfassungsstaats als Option für den Westen.

Heute ist zu fragen, ob sich aus ihr auch Orientierungen für Krisenzeiten gewinnen lassen.

AutorIn/Hg.

Jens Hacke

PD Dr. phil., Politikwissenschaftler; derzeit Martin-Luther-Universität Halle/Wittenberg; von 2008 bis 2016 Wissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der politischen Theorie und der Ideengeschichte.

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Inhalt

Ideenpolitik und Verfassungswirklichkeit   7

Ausgebliebene Revolution, Legitimationsprobleme und nachträgliche Gründung   14
Staat ohne Idee? Ein zögerlicher Neubeginn   17
Keine Revolution – Aufarbeitung des deutschen Sonderweges   24
1968 – revolutionäre Phantasie an die Macht?   34
Legitimationsprobleme und nachträgliche Begründung der Republik   39
Identitätsdebatten – und am Ende doch eine unverhoffte Revolution   43

Staat und Gesellschaft   51
Die politisch-moralische Rahmung der Marktwirtschaft: Das ordoliberale Modell   53
Technokratische Entpolitisierung: Die Bundesrepublik als Staat der Industriegesellschaft   60
Die Gesellschaft als politisches Paradigma   65
Übrig bleibt der Rechtsstaat: Jürgen Habermas   69
Liberale Staatsfreundschaften   74

Bürgerlichkeit und Zivilgesellschaft   84
Bürgerlicher Aristotelismus: Dolf Sternberger und Joachim Ritter   88
Das Unbehagen an der entpolitisierten Technokratie: Neue Wege für Partizipation   93
Liberalkonservative Bürgerlichkeit: Die Verteidigung des Unvollkommenen   102
Das gute Leben   107

Nüchternheit und Vitalität   114

Literatur   121

Zum Autor   129