Martin Schaad

Die fabelhaften Bekenntnisse des Genossen Alfred Kurella

Eine biografische Spurensuche

182 Seiten, 11 Abbildungen
ISBN 978-3-86854-275-2
Erschienen März 2014

Zum Buch

Was muss geschehen, damit ein Mann vom Freigeist zum Berufsrevolutionär und dogmatischen Stalinisten wird? Der Schriftsteller und DDR-Kulturfunktionär Alfred Kurella (1895–1975) glaubte, dass Menschen nach einer festgelegten Parteilinie geformt werden müssen, und zählte sich selbst zu den Auserwählten, die das Formen übernehmen können. Abweichungen hat er bekämpft, er hat Karrieren zerstört und Menschen an ihrem künstlerischen Schaffen gehindert. Wie wurde er der, der er war? Um diese Frage zu beantworten, nimmt Martin Schaad detektivische Ermittlungen zu Kurellas Leben auf. Alfred Kurella selbst hat keinen Text verfasst, der darüber Aufschluss geben könnte, jedoch hat er Mitte der 1930er Jahre in Moskau einen Roman geschrieben – »Die Gronauer Akten«. Vordergründig wird darin ein Kriminalfall in einem kleinen niedersächsischen Dorf zur Zeit des Nationalsozialismus geschildert. Bei genauem Lesen jedoch weist dieser Roman starke autobiografische Züge auf – was Kurella allerdings stets leugnete.

AutorIn/Hg.

Martin Schaad

Dr., ist Stellvertretender Direktor des Einstein Forums in Potsdam.

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Inhalt

Einleitung  7

Die zwei Seiten des Kunstprozesses  10

Die »Gronauer Akten«  14

Kurella als literarischer Meister des Sozialistischen Realismus  32

Ein geselliger Abend und seine Folgen  38

Kurellas Renitenz  44

Ein gescheiter Kerl?  53

Rückschläge und neue Hoffnung  57

Wachsende Verzweiflung  65

Die »Gronauer Akten« - ein linientreues Echo  76

Die »Gronauer Akten« - eine Tschernyschewski-Kopie  88

Die »Gronauer Akten« - eine Selbstdarstellung  102

Die »Gronauer Akten« - eine Persönlichkeitsspaltung  118

Willi, Lilly und das »N ... pabo ... Na ... Bock ... rec ...«  152

Wie man wird, was man ist  159

Kurzbiografien der handelnden Personen 1934-1936  163

Bibliografie  175