Hamburger Institut für Sozialforschung (Hg.)

Eine Ausstellung und ihre Folgen

Zur Rezeption der Ausstellung »Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944«

322 Seiten, 55 Abbildungen
ISBN 978-3-930908-48-6
Erschienen Juni 1999

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Diese Ausstellung hat wie kaum eine andere die deutsche und österreichische Gesellschaft aufgerüttelt und verstört.

Geplant als ein wissenschaftlicher Beitrag zur Untersuchung von Gewalt und Gewaltsystemen in diesem Jahrhundert, wurde sie zu einem politischen Ereignis, das die Legende von der »sauberen Wehrmacht« zerstörte und das Selbstbild vom moralisch intakten, letztlich »anständig gebliebenen Soldaten« erschütterte. Über ein halbes Jahrhundert hat es gebraucht, bis die deutsche Gesellschaft bereit war, sich mit ihrer Vergangenheit als nationalsozialistische Gewaltgemeinschaft zu konfrontieren.

Wie konnte es geschehen, daß die Rolle der Wehrmacht im Nationalsozialismus einerseits so lange ein Tabu hatte bleiben können - und wie drängend mußten andererseits die Probleme sein, daß sie so heftig an die Oberfläche kamen?

Der vorliegende Band zieht nach vier Jahren eine Bilanz der Rezeption der Ausstellung. Gestützt auf ein umfangreiches Pressearchiv, Gästebücher, Korrespondenzen mit Besuchern, Interviews mit Zeitzeugen sowie Gesprächen mit den Angehörigen der »zweiten« und »dritten« Generation, wird die Ausstellung als zeithistorisches Ereignis untersucht.

Die für die Ausstellung verantwortlichen Wissenschaftler des Hamburger Instituts für Sozialforschung sowie die Soziologin Birgitta Nedelmann (Universität Mainz), der Psychoanalytiker Peter Schneider (Zürich) und Jost Dülffer (Köln) stellen dabei auch eine Diagnose der politischen Kultur unserer Gegenwart.

AutorIn/Hg.

Hamburger Institut für Sozialforschung

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Inhalt

Enthaltene Beiträge
 

Bernd Greiner/Hannes Heer
Einleitung


Bernd Greiner
Bruch-Stücke
Sechs westdeutsche Beobachtung nebst unfertigen Deutungen


Walter Manoschek
Österreichische Opfer oder großdeutscher Krieger


Peter Schneider
Der Bundestag wolle beschließen
Zur Debatte über die Ausstellung »Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944«


Hannes Heer
Das letzte Band
Kriegsverbrechen und Nachkriegserinnerung


Bernd Boll
Kriegssouvenirs
Rekonstruktion von Geschichtserfahrung als intergenerationelles Projekt


Walter Manoschek
Beweisaufnahmen
Pančevo, 22. April 1941


Petra Bopp
»Wo sind die Augenzeugen, wo ihre Fotos?«


Birgitta Nedelmann
Die Ausstellung »Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944« und die Konstruktion öffentlicher Diskurse


Klaus Naumann
»Wieso erst jetzt?« oder Die Macht der Nemesis
Der geschichtspolitische Ort der Ausstellung


Jost Dülffer
Erinnerungspolitik und Erinnerungskultur - Kein Ende der Geschichte