Bernd Greiner/Tim B. Müller/Klaas Voß (Hg.)

Erbe des Kalten Krieges

507 Seiten
ISBN 978-3-86854-258-5
Erschienen März 2013

Zum Buch

Nach der Auflösung der UdSSR waren die Rede vom »Ende der Geschichte« und die Vision eines dauerhaften Triumphs liberaler Demokratien populär. Von dieser Selbstgewissheit ist wenig geblieben. Sie hat sich in den Jahren des »Krieges gegen den Terror« verschlissen, scheint blamiert angesichts der ständigen Reibereien zwischen den USA, Russland und China und ist einem dumpfen Gefühl der Selbsttäuschung gewichen. Bisweilen wird gar die Angst vor einem neuen Kalten Krieg laut.

Dass versunkene Welten wiederauferstehen, ist so unwahrscheinlich wie eh und je. Dennoch gibt es Vergangenheiten mit eigenartigem Nachleben - ablesbar an den Spuren, die in den Tiefenstrukturen des politischen wie gesellschaftlichen Lebens überdauern. Derlei zeichnet eine Epoche aus, darin liegt ihre Einmaligkeit: im Unwiederholbaren einerseits und in der hintergründigen Präsenz andererseits. Der Kalte Krieg zählt zu diesen einmaligen Perioden. Er ist in vielerlei Gestalt noch immer gegenwärtig und zugleich unwiderruflich vorbei. Vom Wechselspiel aus Vergangenem und Gegenwärtigem, vom Gestern im Heute handelt der vorliegende Band: 29 renommierte Autorinnen und Autoren begeben sich auf eine Spurensuche im ehemaligen Osten und Westen sowie in der »Dritten Welt«.

AutorIn/Hg.

Bernd Greiner

Prof. Dr. phil., Historiker und Politologe; seit 2015 Leiter des Berliner Kolleg Kalter Krieg / Berlin Center for Cold War Studies. Seit 1989 ist er Wissenschaftler im Hamburger Institut für Sozialforschung.

Seine Arbeitsschwerpunkte sind: US-amerikanische Geschichte des 20. Jahrhunderts – unter besonderer Berücksichtigung des Kalten Krieges, der Beziehungen zwischen Militär und Zivilgesellschaft seit 1900, des deutsch-amerikanischen Verhältnisses; deutsche Amerikabilder; Theorie der Gewalt und internationaler Beziehungen.

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Tim B. Müller

Dr. phil., ist Historiker am Hamburger Institut für Sozialforschung; seit 2007 Redaktionsmitglied der »Zeitschrift für Ideengeschichte«.

Seine Arbeitsschwerpunkte: Deutsche, westeuropäische und amerikanische Ideen- und Wissenschaftsgeschichte; politische und Gesellschaftsgeschichte des Kalten Krieges, der Weltkriege und der Zwischenkriegszeit.

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Klaas Voß

Dr. phil., Historiker, ist Wissenschaftler im Arbeitsbereich »Theorie und Geschichte der Gewalt« am Hamburger Institut für Sozialforschung.
Seine Arbeitsschwerpunkte: Söldner und private Militärfirmen; Interventionspolitik und verdeckte Operationen während des Kalten Krieges; Reintegration von Veteranen, Milizen und Guerillakämpfern in Nachkriegsgesellschaften.

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Inhalt

Enthaltene Beiträge
 

Bernd Greiner
Spurensuche
Zum Erbe des Kalten Krieges



Robert J. McMahon
Der verwundbare Gigant
Unsicherheitsdebatten in den USA



William O. Walker III
Der Nationale Sicherheitsrat



Bernd Greiner
Das lange Leben der »Imperialen Präsidentschaft«



Sean N. Kalic
»Framing the Discourse«
Die Rhetorik des Krieges gegen den Terror



Bettina Greiner
Nach Abu Ghraib



John P. Baesler
Die Macht des Lügendetektors im amerikanischen Sicherheitssystem



Rolf Hobson
»Defense Intellectuals«
Zur Karriere von Schreibtischstrategen



Vojtech Mastny
Nachhaltige Sicherheitsarchitekturen



Dieter Krüger
Sicherheit durch Integration
Nato, EU und der lange Schatten



Roy de Ruiter
Abschied vom Kalten Krieg
Das Beispiel Niederlande



Klaus Naumann
Ein zäher Wandel
Deutsche Sicherheits- und Militärpolitik



Gerd Hankel
Humanitäre Intervention
Zur Karriere eines Konzepts



Giorgio Franceschini
Die nukleare Modernisierung der USA



Christoph Laucht
Zurück in die nukleare Zukunft
Das Beispiel Großbritannien



Michael Brzoska/Götz Neuneck
Vagabundierende Atomwaffen? Das sowjetische Arsenal nach 1991



Sarah B. Snyder
Transnationaler Menschenrechtsaktivismus



Anja Mihr
Menschenrechtsorganisationen
Das Beispiel Amnesty International



James B. Sedgwick
Internationales Strafrecht
Zur Entwicklung einer Disziplin



Philipp Gassert
Die Entstehung eines neuen Umweltbewusstseins



Melanie Arndt
Tschernobyl in Deutschland



Stefanie van de Kerkhof
»Business is War«?
Zur Kontinuität militärstrategischen Denkens in Management und Consulting



Berthold Vogel
Der »sorgende Staat« – ein Kriegsprodukt?



Heonik Kwon
Auf der Spur des Kalten Krieges im Globalen Süden



Sascha Helbardt/Rüdiger Korff
Staatenbildung in Südostasien



Lorenz Lüthi
Chinas Wirtschaftswunder



Hans-Joachim Spanger
Staatszerfall
Ein Erbe des Kalten Krieges?



Hartmut Quehl
Zum Umbau von Kriegsgesellschaften
Eritrea, Kurdistan und Nicaragua