Heinz Bude

Gesellschaft der Angst

168 Seiten
ISBN 978-3-86854-284-4
Erschienen September 2014

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»Ohne die Anderen kein Selbst, ohne Ambiguität keine Identität, ohne Verzweiflung keine Hoffnung, ohne Anfang kein Ende. Dazwischen ist die Angst.«

Angst kennzeichnet eine Zeit, in der in Europa Populisten von rechts im Anmarsch sind, in der sich unter ganz normalen Leuten Erschöpfungsdepressionen ausbreiten und in der der Kapitalismus von allen als Krisenzusammenhang erlebt wird. Angst ist der Ausdruck für einen Gesellschaftszustand mit schwankendem Boden. Die Mehrheitsklasse fühlt sich in ihrem sozialen Status bedroht und im Blick auf ihre Zukunft gefährdet. Man ist von dem Empfinden beherrscht, in eine Welt geworfen zu sein, die einem nicht mehr gehört.

Am Leitfaden des Erfahrungsbegriffs der Angst erfasst Heinz Bude eine Gesellschaft der verstörenden Ungewissheit, der runtergeschluckten Wut und der stillen Verbitterung. Das betrifft die Intimbeziehungen genauso wie die Arbeitswelt, das Verhältnis zu den politischen Angeboten ebenso wie die Haltung zur Finanzdienstleistung.

Es handelt sich weniger um die Angst vor einem »großen Anderen«, es ist die Angst vor den eigenen, schier unendlich wirkenden Möglichkeiten, zu denen wir uns verleiten lassen. Das Angstbild, das sich nach den Funktions- und Legitimationskrisen des Kapitalismus und des Internets ausbreitet, ist das Bild von selbstregulativen Systemen, die auf den Reaktionen und Entscheidungen der beteiligten Individuen beruhen.

Welchen gesellschaftlichen Entwicklungen sehen sich die Menschen ausgeliefert, wo fühlen sie sich verlassen, bevormundet oder übergangen? Wie kann unser Ich der Angst standhalten und in welchen Ritualen und Diskursen kann es sich mit anderen über die gemeinsamen Ängste verständigen?

AutorIn/Hg.

Heinz Bude

Prof. Dr. phil., einer der führenden zeitgenössischen deutschen Soziologen; war von 1992 bis Ende 2014 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung; seit 2000 Professor für Makrosoziologie an der Universität Kassel. Seine Diagnosen zu Themen wie Armut und Exklusion, die Berliner Republik, die Rolle der Kirchen oder zum Bildungsstand finden ein großes Echo in der Öffentlichkeit und in den überregionalen deutschen Medien.

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Inhalt

Vorbemerkung  9

Angst als Prinzip  11

Die Sehnsucht nach einer unkündbaren Beziehung  28

Das Unbehagen mit dem eigenen Typ  39

Wenn die Gewinner alles nehmen  49

Die Statuspanik in der gesellschaftlichen Mitte  60

Alltägliche Kämpfe auf der unteren Etage  83

Das brüchige Ich  91

Niemandsherrschaft  101

Emotionsmacht  120

Die Angst der Anderen  134

Die Verhaltenslehren der Generationen  144

Bibliografie  159

Danksagung  168

 

 

Termine

Tokyo, Goethe-Institut, 27. Oktober 2016

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Seoul, Goethe-Institut, 20. Oktober 2016

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Taipei, Fu Jen Catholic University, 18. Oktober 2016

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