Tomasz Kizny

Gulag

Aus dem Französischen von Michael Tillmann
496 Seiten, 431 S/W-Abbildungen, 13 vierfarbige Abbildungen, 13 Karten
ISBN 978-3-930908-97-4
Erschienen September 2004

Zum Buch

Der polnische Fotograf Tomas Kizny begann 1986 Fotos ehemaliger Häftlinge zusammenzutragen. Er suchte sowohl in den Alben von Lagerkommandanten und Verwaltungsbeamten als auch in privaten und staatlichen Archiven nach Bildmaterial und bereiste die ehemalige UdSSR auf der Suche nach Zeugnissen und Spuren des Gulag, jener eigenen, abgesonderten Welt, wo er Aufnahmen der heutigen Ruinen der Lager und ihrer Einwohner machte.

So entstand ein eindrucksvoller Bildband, der die Schrecken der im Gulag ausgeübten Gewalt sichtbar macht: Neben Steckbrieffotos von Häftlingen aus den Akten des NKWD, stehen Aufnahmen der Klosteranlage auf den Solowezki-Inseln nahe des Polarkreises – das erste große Arbeitslager der Sowjetunion –, Bilder der Bauarbeiten an den gigantomanischen Projekten Stalins in Sibirien wie dem Belomorkanal oder der nie vollendeten Nordeisenbahn, der Gold- und Uranminen im Lager Kolyma, wo immer mehr Gold unter katastrophalen Bedingungen gefördert wurde.

Ein gesondertes Kapitel widmet Tomasz Kizny dem Theater im Gulag. Die Einrichtung der Theatergruppen, deren Repertoire von der klassischen Tragödie bis zur Operette reichte, war für die Lagerkommandanten geradezu Ehrensache. Für manche Künstler unter den Häftlingen bedeutete die Aufnahme in das Ensemble sogar das Überleben aufgrund der besseren Haftbedingungen.

AutorIn/Hg.

Tomasz Kizny

1958 in Polen geboren, ist Fotograf und Journalist. 1981 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern von Dementi, einer Untergrundorganisation unabhängiger Fotografen. Tomasz Kizny lebt und arbeitet in Wroclaw, Polen. Seine Arbeiten wurden in Lausanne, Stockholm, Darmstadt, Budapest, Wroclaw und Warschau ausgestellt.

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Inhalt

Enthaltene Beiträge
 

Norman Davies
Vorwort


Sergej Kowaljow
Vorwort


Jorge Semprun
Vorwort


 
Originalausgabe Goulag: Paris: Éditions Balland / Éditions Acropole 2003