Sacha Hartgers

Irreguläre Grenzen in Europa

Ein Fotobericht

96 Seiten, Großformat, Duotondruck
ISBN 978-3-930908-43-1
Erschienen September 1998

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Der Fotojournalist Sacha Hartgers zeigt in seinem Projekt »Irreguläre Grenzen in Europa« die Realität der Ausgrenzung diesseits und jenseits der Gesetze.

Fremde werden aufgrund ihrer Hautfarbe auf offener Straße von Bürgern und Polizisten gestellt, gejagt, in Ghettos zurückgedrängt, auf Polizeirevieren gefoltert, mit dem Tode bedroht, indem man ihre Flüchtlingsunterkünfte anzündet, sie werden inhaftiert und abgeschoben. Als Nichteinheimischen wird ihnen der Aufenthalt strittig gemacht und mit allen Mitteln der Bürokratie die Basis ihrer Existenz entzogen.

Das führt zu unglaublichen Alltagssituationen: Ein Afrikaner wird auf dem Polizeirevier an die Heizung gekettet, maghrebinische Moslems haben die Straße eines Pariser Arrondissements abgesperrt, um dort ihr traditionelles Freitagsgebet verrichten zu können, ein albanischer Friseursalon hat seine Arbeit auf einem Müllhaufen aufgenommen, eine eritreische Zeitungsverkäuferin wird vom Kellner eines römischen Restaurants bereits vor dem Eingang verjagt, ein Palästinenser wird von Zivilbeamten und uniformierten Polizisten auf dem Revier bis zur Bewußtlosigkeit verprügelt.

Nirgends geduldet zu sein, ist das Signum, das wie ein unsichtbarer Stempel diesen Bildern aufgedrückt ist. Doch vielleicht können Sacha Hartgers Fotos mit dazu beitragen, gerade dort die Augen zu öffnen, wo es die Öffentlichkeit gewöhnt ist, sie geschlossen zu halten. 

Texte von Ulrich Bielefeld und Victora von Flemming ergänzen und erweitern die Perspektive der Bilder.

AutorIn/Hg.

Sacha Hartgers

Jahrgang 1957, holländischer Photojournalist armenischer Herkunft, hat in den letzten zehn Jahren unter anderem für Newsweek, Stern, Spiegel, Los Angeles Times und The Independent hauptsächlich aus Kriegs- und Krisengebieten berichtet. So wie in den Kriegen die Ethnizität, ist der Rassismus in Europa sein immer wiederkehrendes Thema. Seine Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem World Press Photo Award.

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