Manfred Berg

Lynchjustiz in den USA

274 Seiten, 13 Abbildungen
ISBN 978-3-86854-273-8
Erschienen März 2014

Zum Buch

»Ein Meilenstein der Geschichtsschreibung zur Gewalt in Amerika.«
Professor Michael Pfeifer, City University of New York

Lynchjustiz – bis heute verbunden mit Rassismus, Terror und Gewalt, mit dem berühmt- berüchtigten Ku-Klux-Klan und dem amerikanischen Süden – kostete im Lauf der amerikanischen Geschichte Zehntausende Menschen das Leben. Im Namen der »Gerechtigkeit«, der »Selbstverteidigung des Volkes« und der »Vorherrschaft der weißen Rasse« wurden Menschen geteert und gefedert, gefoltert, gehängt oder verbrannt. Mehr oder weniger organisierte Gruppen, die den Anspruch erhoben, im Namen lokaler Gemeinschaften und einer höheren Gerechtigkeit zu handeln, nahmen sich das Recht heraus, angebliche Verbrecher zu bestrafen.

Manfred Berg erzählt die Geschichte der Lynchjustiz von ihren Anfängen in der Kolonialzeit und während der Revolution bis in die Gegenwart. Die rassistische Lynchjustiz gegen schwarze Amerikaner nimmt breiten Raum ein, aber der Historiker erinnert auch an andere, lange Zeit vergessene Opfergruppen wie Mexikaner und Chinesen. Er berichtet vom Widerstand gegen die Lynchjustiz und untersucht, warum sie um die Mitte des 20. Jahrhunderts aufhörte und welches Erbe sie in der amerikanischen Kultur hinterlassen hat.

Wer verstehen will, warum das staatliche Gewaltmonopol in den USA eine vergleichsweise geringe Akzeptanz findet und die USA die drakonischste Strafjustiz der westlichen Welt praktizieren, aber auch welche Kontinuitäten zwischen dem Lynchen und der Praxis der Todesstrafe bestehen, findet in diesem Buch Antworten.

Manfred Berg legt die erste deutschsprachige Gesamtdarstellung der Geschichte der Lynchjustiz in den USA vor, erweitert den Blick aber auch auf die aktuelle und weltweit geübte Praxis des Lynchens.

AutorIn/Hg.

Manfred Berg

Prof. Dr., Curt-Engelhorn-Stiftungsprofessor für Amerikanische Geschichte am Historischen Seminar und am Heidelberg Center for American Studies der Universität Heidelberg. Als Wissenschaftler war er u.a. am John F. Kennedy-Institut für Nordamerikastudien der Freien Universität Berlin und am Deutschen Historischen Institut in Washington, D.C., tätig. Von 2003 bis 2005 war Berg Direktor des Zentrums für USA-Studien an der Stiftung Leucorea der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die englischsprachige Originalausgabe "Popular Justice. A History of Lynching in America" wurde vom Autor selbst ins Deutsche übertragen; sie erschien 2011 bei Ivan R. Dee Publisher, Chicago.

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Inhalt

Vorwort  7

Einleitung: Amerikas »nationales Verbrechen«?  9

1 Die Ursprünge der Lynchjustiz in der Kolonialzeit und der Amerikanischen Revolution  25

2 »Blutrünstige Dämonen«! Mobgewalt und Lynchjustiz in den Jahrzehnten vor dem Bürgerkrieg  47

3 Das Gesetz der Frontier  73

4 Lynchjustiz, Rassenunruhen und politischer Terror in den Jahren des Bürgerkrieges  100

5 »Unbeschreibliche Barbarei«: Rassistische Mobgewalt im Zeitalter der Rassentrennung  126

6 Nicht nur Schwarz und Weiß  160

7 Der Kampf gegen die Lynchjustiz  192

8 Vom Lynching zum Hate Crime  217

9 Das Erbe der Lynchjustiz  242

Kommentierte Bibliografie  258

Register  269

Termine

Saarbrücken, Politische Akademie der Stiftung Demokratie Saarland, 5. Oktober 2016

Manfred Berg: Lynchjustiz in den USA

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Bild & Ton

 
Originalausgabe Popular Justice. A History of Lynching in America: Ivan R. Dee Publisher, Chicago