Bernd Greiner/Tim B. Müller/Claudia Weber (Hg.)

Macht und Geist im Kalten Krieg

Aus dem Englischen (Einzelbeiträge) von Felix Kurz
544 Seiten, mit 9 Abb. und 7 Schaubildern
ISBN 978-3-86854-237-0
Erschienen September 2011

Zum Buch

Ideen haben Konsequenzen – vor allem, wenn Intellektuelle und Experten das Ohr der Mächtigen finden, weil diese fürchten, ihnen könnten die Ideen ausgehen. Auch darum ging es im Kalten Krieg: um eine umfassende Mobilisierung geistiger Ressourcen, um das feindliche Lager im weltweiten Kampf um Macht, Prestige und Einfluss auszustechen. So ist die Konjunktur von Modernisierungs- und Planungstheorien zu verstehen, der Aufschwung von Kybernetik und Länderstudien, von Spieltheorien und anderer Modelle des Konfliktmanagements.

25 renommierte Historiker rekonstruieren diese Geschichte von Macht und Geist im Kalten Krieg. Sie zeichnen die Entwicklungen in den westlichen und östlichen Zentren nach und beschäftigen sich mit dem Transfer von Wissen in die Peripherie wie umgekehrt mit den geistigen Ressourcen, die von der Peripherie abgeschöpft wurden. Nicht zuletzt verdeutlichen sie das nachhaltige Erbe dieser facettenreichen Indienstnahme von Wissen und Wissenschaft.

Erklärung

 

 

AutorIn/Hg.

Bernd Greiner

Prof. Dr. phil., Historiker, Politikwissenschaftler und Amerikanist, seit 1989 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hamburger Institut für Sozialforschung, lehrt am Fachbereich Philosophie und Geschichtswissenschaft der Universität Hamburg.

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Tim B. Müller

Dr. phil., ist Historiker am Hamburger Institut für Sozialforschung; seit 2007 Redaktionsmitglied der »Zeitschrift für Ideengeschichte«.

Seine Arbeitsschwerpunkte: Deutsche, westeuropäische und amerikanische Ideen- und Wissenschaftsgeschichte; politische und Gesellschaftsgeschichte des Kalten Krieges, der Weltkriege und der Zwischenkriegszeit.

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Claudia Weber

Prof. Dr., lehrt an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder); Studium der Geschichte, Südslawistik und Politologie in Leipzig, Moskau, Sofia und Athens (Ohio); bis 2014 arbeitete sie als Historikerin am Hamburger Institut für Sozialforschung. 

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Inhalt

Enthaltene Beiträge
 

Bernd Greiner
Macht und Geist im Kalten Krieg: Bilanz und Ausblick



Rebecca S. Lowen
Zur Verflechtung von Politik und Universitäten in den USA



David C. Engerman
Die Ursprünge der amerikanischen Sowjetologie im Zweiten Weltkrieg



John Krige
Die Führungsrolle der USA und die transnationale Koproduktion von Wissen



Alexei Kojewnikow
Die Mobilmachung der sowjetischen Wissenschaft



Wladislaw Subok
Sowjetische Westexperten



Peter C. Caldwell
Sozialistische Wirtschaftslehre: Zur Planung und Kontrolle einer Disziplin



Hunter Heyck
Die Moderne in der amerikanischen Sozialwissenschaft



Michael A. Bernstein
Die Transformation der amerikanischen Wirtschaftswissenschaft



Rüdiger Graf
Das »Petroknowledge« des Kalten Krieges



Andreas Wirsching
Bildung als Wettbewerbsstrategie



Mario Keßler
Zur Futurologie von Ossip K. Flechtheim



Paul H. Erickson
Eine Neubewertung der Spieltheorie



Ron Robin
Gleichgewicht des Schreckens oder des Irrtums?



Philip Rocco
Wissensproduktion in der RAND Corporation



Kenneth A. Osgood
Propaganda und psychologische Kriegführung auf Amerikanisch



Sönke Kunkel
Amerikanischer Wissenstransfer im Nigeria der frühen 1960er Jahre



Moritz Feichtinger
Modernisierung als Waffe – »Strategische Dörfer« in Malaya und Algerien



Slawa Gerowitsch
Kyberkratie oder Kyberbürokratie in der Sowjetunion



Constantin Katsakioris
Sowjetische Bildungsförderung für afrikanische und asiatische Länder



Fred Turner
Gegenkulturelle Ästhetik? Sozialtechnologien und die Expo ’70


Doug Rossinow
Konservativer und rechter Dissens in den USA



Perrin Selcer
UNESCO, Weltbürgerschaft und Kalter Krieg



Michael Gordin
»True GRIT«: Rationalität, nukleare Abrüstung und Semantik



Stephen V. Bittner
Die sowjetische Dissidenz und Intelligenzija