Klaas Voß

Washingtons Söldner

Verdeckte US-Interventionen im Kalten Krieg und ihre Folgen

590 Seiten
ISBN 978-3-86854-274-5
Erschienen März 2014

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Die Privatisierung des Krieges ist in den letzten Jahren stetig vorangeschritten, nicht zuletzt durch den Einsatz von privaten »Söldnerfirmen« wie Blackwater in Afghanistan und im Irak. Doch es ist ein weit verbreiteter Irrglaube, dass Söldner erst mit dem Aufstieg der großen Militärdienstleister nach dem Ende des Kalten Krieges wieder zu einem wichtigen Konfliktakteur wurden. Tatsächlich fanden sie im Konflikt der Supermächte mit seinen verdeckten Operationen und Stellvertreterkriegen einen idealen Nährboden. Während man in Washington glaubte, dass Söldner risikofreie Interventionen in der »Dritten Welt« ermöglichten, brachte ihr Einsatz in Wirklichkeit eine erhebliche politisch-moralische Hypothek mit sich und bot eine ideale Angriffsfläche für kommunistische Propaganda.
Dieses Buch erzählt die wenig beachtete Vorgeschichte der aktuellen Rückkehr des Söldnertums und führt die Leser dabei über die Schlachtfelder halb vergessener Konflikte in Afrika (Simba-Rebellion in Kongo, angolanischer Bürgerkrieg, rhodesischer »Buschkrieg«) und Lateinamerika (Contra-Krieg in Nicaragua) in die Welt der Geheimdienste, Karrieresöldner, antikommunistischen Kreuzfahrer und kühl kalkulierenden Geostrategen des Kalten Krieges.
Weit verbreitete Annahmen zu Geheimdiensten, verdeckten Operationen und dem Management öffentlicher Meinung werden hinterfragt : Der Einsatz von Söldnern verweist darauf, dass echte Geheimhaltung weitaus weniger wichtig war, als die Möglichkeit für die amtierende US‑Administration, zumindest formal die Verantwortung für die verdeckten Kriege im Ausland abstreiten zu können.

AutorIn/Hg.

Klaas Voß

Dr. phil., Historiker, ist Wissenschaftler im Arbeitsbereich »Theorie und Geschichte der Gewalt« am Hamburger Institut für Sozialforschung.
Seine Arbeitsschwerpunkte: Söldner und private Militärfirmen; Interventionspolitik und verdeckte Operationen während des Kalten Krieges; Reintegration von Veteranen, Milizen und Guerillakämpfern in Nachkriegsgesellschaften.

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Inhalt

Einleitung  7

Teil I: Die Wiege des modernen Söldnertums - der Kongo in den 1960er Jahren  33

Wie der Adler in den Kongo kam: kongolesische Krisen und amerikanische Interessen  39

Die Simba-Rebellion und Washingtons Entscheidung zum Söldnerprogramm  70

Joint Mercenary Warfare: Organisation, Struktur und Einsatz der Söldner im Kongo  109

Erfolgsstory Kongo? der Krieg der Söldner und seine Folgen  156

Teil II: Die weißen Bastionen - Angola und Rhodesien in den 1970er Jahren  197

Auf der Suche nach Strategien: die USA und die Konflikte in Angola und Rhodesien  204

Das letzte Aufgebot: Söldner in Angola, November 1975 bis Februar 1976  247

»Wo man den Kommunismus mit Kugeln bekämpft«: US-Söldner in Rhodesien  296

Politik der Dementierbarkeit und die Folgen der Söldnerkonflikte in Angola und Rhodesien  342

Teil III: Krise im Hinterhof: Nicaragua und die Söldnerszene in den USA  383

Tod der Revolution: Washingtons Strategien und Interessen in Nicaragua  388

Der Bedarf an »nicht-offiziellen Assistenten« im Contra-Krieg  416

Krisen im Management: Kontrolle und Kontrollverlust über die Söldnerszene in den USA  464

»The overt nature of covert action«: politische Kollateralschäden  507

Resümee: Lerneffekte und Institutionen  543

Danksagung  551

Quellen und Literatur  553

Personen- und Sachregister  579