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Cover Ute Daniel, Beziehungsgeschichten. Politik und Medien im 20. Jahrhundert

Ute Daniel, »Beziehungsgeschichten. Politik und Medien im 20. Jahrhundert«
Politiker_innen und Journalist_innen: Sie lieben sich und hassen sich, sie brauchen und bekämpfen sich, sie unterstützen und benutzen sich.

Schon lange wurde das Beziehungsgeflecht von Politik und Medien nicht mehr so heftig diskutiert wie heute. Die Historikerin Ute Daniel zeigt, wie unvorhersehbar und kontextabhängig das Kräftespiel beider Seiten seit jeher war.

Leseprobe           Mehr zu Ute Daniel, »Beziehungsgeschichten«


Étienne Balibar erhält den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken 2017

Cover Étienne Balibar, Sind wir Bürger Europas?

»Étienne Balibar hat in seinen Büchern und im öffentlichen Auftreten ein intervenierendes Denken in der Tradition Hannah Arendts gepflegt. Seine Beiträge haben sich weit über den akademischen Diskurs hinaus an die republikanische Öffentlichkeit gerichtet.« so die Juryvorsitzende Prof. Antonia Grunenberg

Wir gratulieren unserem Autor herzlich.

Die Verleihung findet am 1. Dezember im Bremer Rathaus statt. Am 2. Dezember folgt ein Kolloquium im Bremer Institut Français. Beide Veranstaltungen sind öffentlich.

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Mehr zu Étienne Balibar in der Hamburger Edition


Auszeichnung Geisteswissenschaften International für »Tanz auf Messers Schneide« und »Das unsichtbare Vorurteil«

Cover Svenja Bethke, Tanz auf Messers Schneide
Cover Sina Arnold, Das unsichtbare Vorurteil

Gleich zwei Autorinnen der Hamburger Edition erhalten für ihre Titel die Auszeichnung und Übersetzungsförderung Geisteswissenschaften International.

Die Studien »Tanz auf Messers Schneide. Kriminalität und Recht in den Ghettos Warschau, Litzmannstadt und Wilna« von Svenja Bethke und »Das unsichtbare Vorurteil. Antisemitismusdiskurse in der US-amerikanischen Linken nach 9/11« von Sina Arnold sind von einer unabhängigen Jury für die Übersetzungsförderung ausgewählt worden. Die englischen Ausgaben werden in zwei renommierten nordamerikanischen Verlagen veröffentlicht.

Durch diese Auszeichnung soll die internationale Verbreitung herausragender geistes- und sozialwissenschaftlicher Bücher und Deutsch als Wissenschaftssprache gefördert werden. Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels, das Auswärtige Amt, die Fritz Thyssen Stiftung und die VG Wort stellen dazu jährlich 600.000 Euro zur Verfügung.

Mehr zu Svenja Bethke, »Tanz auf Messers Schneide«

Mehr zu Sina Arnold, »Das unsichtbare Vorurteil«


FAZ und SZ empfehlen »Moderne Wahlen« von Hedwig Richter

Cover Hedwig Richter, »Moderne Wahlen«

Als Auftakt zum Wahlsonntag sind sowohl in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, als auch in der Süddeutschen Zeitung hymnische Rezensionen zu Hedwig Richters aktueller Studie »Moderne Wahlen. Eine Geschichte der Demokratie in Preußen und den USA im 19. Jahrhundert« erschienen.

»Ungemein detailreich und zugleich unterhaltsam« urteilt Florian Meinel in der FAZ. Und Andreas Zielcke, SZ, lobt den »schlau gewählten Zugang« und bezeichnet das Buch als »grandios«, »bravourös erzählt« und »lehrreich«.

Mehr zu Hedwig Richter, »Moderne Wahlen«


»Das Versprechen des Geldes« auf der Shortlist zum Opus Primum Förderpreis

Buchcover Aaron Sahr, »Das Versprechen des Geldes«

90 Titel wurden eingesandt, 10 für die Shortlist ausgewählt und einer ist »Das Versprechen des Geldes« von Aaron Sahr. Wir gratulieren unserem Autoren zu dieser Auszeichnung. Wie alle Titel der Shortlist hat auch seiner die Jury aufgrund der hohen wissenschaftlichen Qualität überzeugt. Und weil er verständlich und lesbar geschrieben ist.
Nach der diesjährigen Buchmesse werden wir und Sie erfahren, ob Aaron Sahr den mit 10.000 Euro dotierten Opus Primum Förderpreis der VolkswagenStiftung für die beste wissenschaftliche Nachwuchspublikation des Jahre 2017 erhält. Wir drücken die Daumen.

Shortlist für den Opus Primum Förderpreis

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»Demokratie braucht kein Pathos«: Hedwig Richter über Wahlen und Demokratie

Porträt Hedwig Richter
Cover Hedwig Richter, Moderne Wahlen

Hedwig Richter, Historikerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der Forschungsgruppe »Demokratie und Staatlichkeit« am Hamburger Institut für Sozialforschung rekonstruiert mit ihrer umfassenden Historiografie des Wahlrechts und der Wahlpraxis in Preußen und den USA im 19. Jahrhundert ein zentrales Element in der Geschichte der Demokratie.
»Moderne Wahlen. Eine Geschichte der Demokratie in Preußen und den USA im 19. Jahrhundert« ist Mitte August 2017 erschienen.

Lesen Sie unser Interview mit Hedwig Richter (hier klicken)

Lesen Sie unser Interview mit Hedwig Richter (hier klicken)

Wie lässt sich Ihr Buch in einen Tweet zusammenfassen?
Meistens riefen Eliten zur Wahlteilnahme auf, und meistens war ein Großteil des Wahlvolks desinteressiert. #Demokratie braucht kein Pathos.

»Moderne Wahlen« bietet eine Fülle plastischer Geschichten, etwa über skurrile Wahlpraktiken – und auch reichlich visuelles Material. Was ist Ihre »Lieblingsgeschichte« und welches Bilddokument spricht in Ihren Augen Bände?
Meine Lieblingsgeschichte ist die von den ausländischen Gefängnisinsassen in den USA, die am Wahltag von Parteileuten in ein Dampfschiff gesetzt wurden, das dann den Mississippi hinabfuhr. Die Parteimänner machten an den Uferstädtchen Halt, trieben die Gefangenen im Gänsemarsch zum Wahllokal und zwangen sie, für ihre Partei zu stimmen. Die mit Gewalt erzwungene Abstimmung gehört zu den spektakulären Phänomenen der US-Wahlen im 19. Jahrhundert und wirft die Frage auf, welchen Sinn Wahlen für die Zeitgenossen hatten.

Mein Lieblingsbild (S. 526) ist aus der Berliner Illustrirten Zeitung. Es zeigt ein Public Viewing in Berlin bei dem die Wahlergebnisse 1907 bekanntgegeben werden. Das Bild spricht Bände: Nicht nur, weil die Politisierung der Menschen deutlich wird und die große Bedeutung des Parlaments in Deutschland; die Illustration veranschaulicht zudem die Beschleunigung der Zeit, in der moderne Technik die Verkündigung der Ergebnisse bereits wenige Stunden nach Schließung der Wahllokale ermöglichte. Und: Public Viewing! Um 1900! Für die Wahlergebnisse! Das ist ein hinreißendes Stück Demokratiegeschichte.

In Ländern wie Brasilien gibt es eine Wahlpflicht – Nichtwähler bekommen eine Geldstrafe und Probleme bei der Kontoeröffnung oder der Beantragung eines Reisepasses. Eine gute Idee?
Ich denke eher nicht. Das Interesse vieler Deutschen um 1900 für Partizipation und Parlament war eher eine Ausnahme. Bis heute empfinden viele Menschen die Wahlen als langweilig. Und so gut wie immer gingen moderne Wahlen mit den Ermahnungen der Obrigkeit zur Wahlteilnahme einher. Wahlen scheinen also eher für die Regierenden von Interesse zu sein als für die Regierten. Meines Erachtens ist unsere heutige liberale Form der Demokratie nicht zuletzt deswegen erfolgreich, weil sie den Menschen nur ein Minimum an Aufwand abverlangt. Die Wahlreformen um 1900 haben in Europa und den USA dafür gesorgt, dass Wahlen nur noch wenige Minuten in Anspruch nehmen. Anders als beispielsweise totalitäre Diktaturen kommen liberale Demokratien damit klar, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger nicht für Politik interessieren und lieber ihren privaten Geschäften nachgehen. Demokratie braucht nicht den Zugriff auf die Menschen. Bisher haben sich aber immer Bürgerinnen und Bürger gefunden, die sich engagieren und das Schiff am Laufen halten. Das sind eher die Gebildeten – und womöglich gehört das zu den Stärken der Demokratie.

Und doch werden seit den 1990er Jahren zunehmend verbindliche Volksentscheide und Volksabstimmungen gefordert. Liefert Ihr Buch eher Argumente für die Pro- oder für die Kontraseite im heutigen Streit um direkte Demokratie?
Ich plädiere in dem Buch dafür, Demokratie weniger pathetisch zu diskutieren. Sie ist eine großartige Staatsform, weil sie Menschenrechte, Freiheiten und Wohlstand bietet, wie es das bisher in der Geschichte noch nie gegeben hat – und weil sie offen für Kritik ist und damit für weitere Besserungen. Es ist jedoch kein Zufall, dass funktionierende Demokratien nie direkte Demokratien waren. Verfassungsväter und -mütter haben immer darauf geachtet, den Willen der Mehrheit zu zähmen, also die Gefahr einer Tyrannei der Mehrheit (wie es Tocqueville genannt hat) zu minimieren. Dazu gehört die Gewaltenteilung, die Unantastbarkeit von Menschenrechten, aber eben auch die Repräsentativität: Nicht das Volk regiert direkt, sondern seine Vertreter.

Lesen das gesamte Interview mit Hedwig Richter hier.


»Scharf beobachtet« - Rezension zu Aaron Sahr, »Das Versprechen des Geldes«

Cover zu Aaron Sahr, Das Versprechen des Geldes

So urteilte Bernhard Emunds in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 4. August über Aaron Sahrs Praxistheorie des Kredits »Das Versprechen des Geldes«. Spannende und für die Soziologie des Geldes neue Aspekte fördere der Autor zu Tage. Lesenswert sei das Buch und inspirierend.

Dem können wir natürlich nur beipflichten und empfehlen umgehend die Lektüre von »Das Versprechen des Geldes«. Denn Mitte September erscheint ein weiterer Titel von Aaron Sahr zu diesem Themenkomplex: »Keystroke-Kapitalismus. Ungleichheit per Knopfdruck«.

Mehr zu Aaron Sahr, »Das Versprechen des Geldes«


Ein Autor gibt Auskunft - Interview mit Jonas Kreienbaum auf L.I.S.A.

Cover Jonas Kreienbaum, Ein trauriges Fiasko
Porträt Jonas Kreienbaum

Im Interview mit Georgios Chatzoudis auf dem Wissenschaftsportal der Gerda Henkel Stiftung, L.I.S.A., gibt unser Autor Jonas Kreienbaum Auskunft über die Debatte möglicher Kontinuitäten zwischen Kolonialismus und Nationalsozialismus und die auffällige Wandelbarkeit des Konzentrationslagerbegriffs. Seine Studie zu diesem Thema, »›Ein trauriges Fiasko‹. Koloniale Konzentrationslager im südlichen Afrika 1900 – 1908« wurde mit der Übersetzungsförderung Geisteswissenschaften International 2017 ausgezeichnet.

Lesen Sie hier das vollständige Interview auf L.I.S.A.

Mehr zu Jonas Kreienbaum, »›Ein trauriges Fiasko‹«


Terrorismus als Provokation - Carola Dietze im Deutschlandfunk

Cover zu Carola Dietze, »Die Erfindung des Terrorismus

»Die Geschichte von den tatsächlichen Ursprüngen des Terrorismus bietet weder klare Unterscheidungen zwischen Gut und Böse, noch einfache Antworten und Lösungen.« schreibt Carola Dietze in ihrem Beitrag »Der Anschlag und seine Geschichte« im Deutschlandfunk. Diese Erkenntnis provoziert, laut der renommierten Historikerin, den politisch denkenden Menschen zur Selbstreflektion. Stimmt das Bild, das er von sich und der Gesellschaft hat?

Lesen oder hören Sie den gesamten Beitrag hier im Deutschlandfunk.

Mehr zu Carola Dietze und »Die Erfindung des Terrorismus«