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Armenien und der Völkermord

Vor 100 Jahren, am 24. April 2015, begann mit der Deportation armenischer Intellektueller aus Istanbul der Völkermord. Die osmanische Regierung betrachtete die christliche Minderheit als innere Feinde und bezweifelte ihre Loyalität im Kampf gegen Russland während des Ersten Weltkrieges.
Auf Druck der Alliierten wurden 1919 bis 1921 führende türkische Politiker des Völkermords angeklagt. Diese sogenannten Istanbuler Prozesse waren der erste Schritt, Menschenrechtsprinzipien mit Hilfe einer internationalen Strafgerichtsbarkeit Geltung zu verschaffen. Der türkische Wissenschaftler Taner Akçam analysiert u. a. anhand der Protokolle, die historischen und politisch-ideologischen Hintergründe, die zu dem Genozid führten.

Mehr zu Taner Akçam, »Armenien und der Völkermord«


Deutschlandradio Kultur empfiehlt »Die Antipolitischen«

»Die Antipolitischen« ist »ein schmales, aber gewichtiges Büchlein«, betont Mirko Martin, dessen Lektüre zum Nachdenken über Schwarmintelligenz und die Konsequenzen aus dem gegenwärtigen »Transparenz«-Gebot anregt. »Es vertraut nahezu furchtlos der altehrwürdigen Tradition des besseren Arguments und ist gegen die Herabwürdigung des Politischen und die Negierung des Sozialen.«

Die ganze Rezension können Sie hier nachlesen.

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Transitional Justice in Marokko

Am 10. April 2004 wurde in Marokko per Dekret des amtierenden Königs Mohammed VI die unabhängige nationale Wahrheits- und Versöhnungskommission (IER) eingesetzt. Ihr Ziel war die Aufarbeitung der Menschenrechtsverletzungen unter der Herrschaft von König Hassan II. Damit ist Marokko das erste Land in der arabischen Welt, das Transitional Justice in der Vergangenheitsbewältigung angewendet hat.

Fatima Kastner beschreibt eindrücklich diesen Übergangsprozess in Marokko und die ideengeschichtlichen Entwicklungslinien, die transitionale Gerechtigkeit zur weltpolitischen Regel werden ließ.

Mehr zu Fatima Kastner, »Transitional Justice in der Weltgesellschaft«


»Die Revolution ist kein Deckchensticken«

»Die Revolution ist ein Aufstand, ein Gewaltakt, durch den eine Klasse die andere stürzt.«
Diese Worte Mao Tse-tungs zitierte Rudi Dutschke in seiner stärksten Gewaltapologie, die er kurz nach dem 11. April 1968 formulierte, dem Tag des Attentates auf ihn. Und genau dieses Zitat lässt sich auch in einigen RAF-Schriften finden, wie Wolfgang Kraushaar in seinem Essay »Rudi Dutschke und der bewaffnete Kampf« in der Ausgabe der kleinen reihe »Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF« aufzeigt. Und dies war nicht die einzige Verbindung zwischen dem »idealisierten Rebell« und der RAF.

Mehr über »Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF«


Platz 3 SZ/NDR-Sachbuchbestenliste April

Die Süddeutsche Zeitung und der Norddeutsche Rundfunk haben Claudia Webers Buch über die Massenerschiessungen von Katyń zum drittbesten Sachbuch des Monats April gewählt, dem Monat des offiziellen Gedenkens an die Opfer dieses Verbrechens.

Am 13. April 1943 meldete das Deutsche Nachrichtenbüro den Fund der Massengräber bei Katyń, worauf ein regelrechter Propagandakrieg um die Täterschaft zwischen dem »Dritten Reich« und Stalins Russland entbrannte.

Am 13. April 1990 übergab Gorbatschow Polen die originalen Exekutionslisten des NKWD und räumte erstmals öffentlich die Schuld Russlands ein. Aus diesem Grund erklärte Polen den 13. April zum Gedenktag an die Opfer von Katyń.

Mehr zu Claudia Weber, »Krieg der Täter«

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Heinz Bude im Disput mit Jutta Allmendinger

Der Makrosoziologe Heinz Bude diskutiert mit Jutta Allmendinger, der Präsidentin des Wissenschaftszentrums
Berlin für Sozialforschung unter anderem die Frage, wie politisch die Angst ist, die er in seinem Buch »Gesellschaft der Angst« beschreibt. Die Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung fand am 18. März 2015 in Berlin statt.


Jahrestag des Massakers von My Lai

Am 16. März 1968 erschossen amerikanische Soldaten in dem vietnamesischen Dorf My Lai innerhalb weniger Stunden an die 500 Zivilisten, darunter Kinder und Greise. Wie Bernd Greiner in seinem Standardwerk über den Vietnamkrieg »Krieg ohne Fronten« und einem Spiegel-Artíkel zeigt, sind die Ursachen unter anderem in dem hohen Grad an Frustration unter den Soldaten und dem Wunsch nach Rache für die Tode aus dem Hinterhalt zu suchen. Die GIs wollten einen »Beweis an Kampfeslust« hinterlassen und richteten ein Massaker unter den vietnamesischen Bauern an. Lediglich der befehlshabende Offizier William Calley wurde von einem Militärgericht am 31. März 1971 verurteilt. 

Mehr zu Bernd Greiner, »Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam«


Unsere Neuerscheinungen Frühjahr 2015 sind jetzt lieferbar


20 Jahre Wehrmachtsausstellung

Vor 20 Jahren wurde in Hamburg die erste von zwei Ausstellungen über die Verbrechen der Wehrmacht eröffnet. Lesen Sie hier einen Beitrag von Jan Philipp Reemtsma über die Wirkung der ersten Ausstellung und warum er diese von einer Historikerkommission überprüfen und eine zweite, völlig neu konzipierte Schau erarbeiten ließ.


Ausstellung »Der Grosse Terror« von Tomasz Kizny

Vom 6. März bis 19. April zeigt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Potsdam, die Sonderausstellung »Der Grosse Terror 1937 - 1938 in der Sowjetunion«, eine fotografische Dokumentation des polnischen Fotografen und Journalisten Tomas Kizny. Er hat in Geheimarchiven Fotos der Opfer Stalins geborgen und die Orte von Massengräbern ausfindig gemacht und fotografiert. Die daraus entstandene Fotoausstellung ist erstmals in Deutschland zu sehen.

In der Hamburger Edition hat Tomasz Kiszy den Bildband »Gulag« veröffentlicht, der in 450 zeitgenössischen Aufnahmen das Leben in den sowjetischen Konzentrationslagern dokumentiert.

Weitere Informationen zu der Ausstellung finden Sie hier.

Mehr zu Tomasz Kizny, »Gulag«


Essay von Wolfgang Kraushaar über den IS-Terror

Der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar, Forscher am Hamburger Institut für Sozialforschung, kritisiert in seinem Essay »Radikale Auslöschung« auf perlentaucher.de die von Olivier Roy gezogene Parallele zwischen dem RAF-Terrorismus und dem Islamischen Staat. Er argumentiert und plädiert für eine Schärfung der Begrifflichkeiten und kommt zu dem Schluss, dass es sich im Fall des IS um exterministischen Terrorismus handelt, der im Gegensatz zu dem Terrorismus der RAF in erster Linie auf eine radikale Auslöschung des Gegners abzielt.

Den vollständigen Essay können Sie hier auf perlentaucher.de lesen.

Wolfgang Kraushaar in der Hamburger Edition


Zygmunt Bauman über die Situation Europas

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Lettre International analysiert der Soziologe und Autor der Hamburger Edition Zygmunt Bauman die Situation Europas zwischen Renationalisierung und Globalisierung. Viele der aktuellen Krisen entstehen seiner Meinung nach aus länderübergreifenden Problemen, die aber aufgrund der territorial gebundenen Machtbefugnisse kaum zu lösen sind. Die Europäische Union könnte hier eine Brücke schlagen und Labor sein, für »den mühsamen Sprung von den »imaginierten Gesamtheiten« der Nationalstaaten zur »imaginierten Gesamtheit« der Menschheit.

Mehr zu Zygmunt Bauman


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