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Antisemitismusbericht: Expertise von Sina Arnold zu Geflüchteten

Porträt Sina Arnold
Cover Sina Arnold, »Das unsichtbare Vorurteil«

Am 24. April 2017 hat der unabhängige Expertenkreis Antisemitismus nach zwei Jahren Arbeit seinen Bericht an den Deutschen Bundestag übergeben.

Unsere Autorin Sina Arnold hat als Expertin im Bereich der empirischen Integrations- und Migrationsforschung wie auch für Antisemitismusdiskurse in der US-amerikanischen Linken bei der explorativen Befragungen von Geflüchteten für den Bericht mitgewirkt. 

Den gesamten Antisemitismusbericht können Sie hier einsehen.
Mehr zu Sina Arnold, »Das unsichtbare Vorurteil«.


Terrorismus als Provokation - Carola Dietze im Deutschlandfunk

Cover zu Carola Dietze, »Die Erfindung des Terrorismus

»Die Geschichte von den tatsächlichen Ursprüngen des Terrorismus bietet weder klare Unterscheidungen zwischen Gut und Böse, noch einfache Antworten und Lösungen." schreibt Carola Dietze in ihrem Beitrag »Der Anschlag und seine Geschichte« im Deutschlandfunk. Diese Erkenntnis provoziert, laut der renommierten Historikerin, den politisch denkenden Menschen zur Selbstreflektion. Stimmt das Bild, das er von sich und der Gesellschaft hat?

Lesen oder hören Sie den gesamten Beitrag hier im Deutschlandfunk.

Mehr zu Carola Dietze und »Die Erfindung des Terrorismus«


Yfaat Weiss übernimmt die Leitung des Simon-Dubnow-Instituts

Porträt von Yfaat Weiss
Cover zu Yfaat Weiss, Verdrängte Nachbarn

Unsere Autorin Yfaat Weiss, die 2012 für ihr Buch »Verdrängte Nachbarn« mit den Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken geehrt wurde, wird die neue Direktorin des Simon-Dubnow-Instituts, das fast zeitgleich in die Leibniz-Gemeinschaft aufgenommen wird.

Wir gratulieren! Weitere Informationen finden Sie hier in der Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst.


Unsere Empfehlung zum Welttag des Buches am 23. April

Cover zu Michael Wildt, »Volk, Volksgemeinschaft, AfD«

Seit 1995 feiern Bibliophile am 23. April die Kultur des geschriebenen Wortes und greifen die katalanische Tradition auf, an Shakespeares Todestag Bücher zu verschenken.
Unsere kleine reihe ist dazu wie geschaffen. Hochwertig ausgestattet, sorgfältig lektoriert und liebevoll gestaltet bieten diese handlichen Bände kurze Interventionen zu aktuellen Themen.

Überzeugen Sie sich selbst mit einem Blick in unseren jüngsten Titel Michael Wildt, »Volk, Volksgemeinschaft, AfD«.

Einen Überblick über die gesamte kleine reihe finden Sie hier.


7. April - Internationaler Tag des Gedenkens an den Völkermord in Ruanda

Cover Alison Des Forges, Kein Zeuge darf überleben

Vom 6. April bis Mitte Juli 1994 fanden bis zu einer Millionen Menschen in Ruanda den Tod. Einen Beitrag zur Aufarbeitung dieses Genozids leistet Alison Des Forges mit ihrem Buch »Kein Zeuge darf überleben«.

»Ganz einfach das beste Werk auf Deutsch über Ruandas neuere Geschichte.«
Dominic Johnson, DeutschlandRadio / Deutschlandfunk

Alison Des Forges, »Kein Zeuge darf überleben. Der Genozid in Ruanda« ist jetzt auch als preiswerte Studienausgabe und als E-Book erhältlich.


Preis Geisteswissenschaften International für »Ein trauriges Fiasko«

Cover »Ein trauriges Fiasko«
Porträt Jonas Kreienbaum

Jonas Kreienbaums Studie über die kolonialen Konzentrationslager im südlichen Afrika 1900 - 1908 erhält die Übersetzungsförderung Geisteswissenschaften International.
Sie wird alle halbe Jahr von der Fritz Thyssen Stiftung, der VG Wort, dem Börsenverein des deutschen Buchhandels und dem Auswärtigen Amt vergeben, um die Übertragung geistes- und sozialwissenschaftlicher Werke ins Englische zu unterstützen. »Ein trauriges Fiasko« wird bei Berghahn Books (Oxford/New York) erscheinen. Weitere Informationen zum Preis Geisteswissenschaften International finden Sie hier.

Mehr zu Jonas Kreienbaum, »Ein trauriges Fiasko«


Philipp Staab über den digitalen Kapitalismus als Hoffnungsträger

Cover zu Philipp Staab, Falsche Versprechen
Foto von Philipp Staab

Das rückläufige Wirtschaftswachstum in der OECD-Welt und die Zunahme sozialer Ungerechtigkeit sind seit langem Thema in den Medien. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang die digitalen Technologien als Retter aus der Krise angeführt. Wie Philipp Staab in seinem Gespräch mit Georgios Chatzoudis verdeutlicht, ist diese Hoffnung allerdings trügerisch.

Lesen Sie hier das vollständige Interview auf L.I.S.A.


Tzvetan Todorov (1939 -2017)

Foto von Tzvetan Todorov

Tzvetan Todorov, einer der bedeutendsten Intellektuellen Europas ist tot. 1939 in Sofia geboren, lehrte und forschte Todorov am Centre national de la recherche scientifique (CNRS) in Paris, dessen Forschungsdirektor er war. Seine Studien beschränkten sich nicht nur auf einen Bereich, sondern können unter anderem der Literaturwissenschaft, Semiotik und Soziologie zugerechnet werden.

So ist »Die Angst vor den Barbaren«, erschienen 2010 in der Hamburger Edition, eine meisterhafte Tour d'horizon durch Geschichte, Politik und Philosophie.
Wir trauern um den großen »Penseur de la liberté«.


Hörens- und lesenswert zum Black History Month

Bis heute haben die USA den Rassismus nicht überwinden können. Auch deshalb will der Black History Month alljährlich im Februar auf den Beitrag von Afroamerikanern zur Geschichte ihres Landes aufmerksam machen.

Wiederhörenswert dazu ist das Gespräch mit unserem Autoren Silvan Niedermeier aus dem vergangenen Sommer, das nichts an Aktualität verloren hat.
Das Gespräch können Sie sich hier anhören.

Mehr zu Silvan Niedermeier, »Rassismus und Bürgerrechte. Polizeifolter im Süden der USA 1930 - 1955«


Die Hamburger Edition trauert um Zygmunt Bauman

Unser Autor Zygmunt Bauman, 91, ist am 9. Januar in Leeds gestorben. Wir trauern um einen großen Soziologen und einen herausragenden gesellschaftspolitischen Denker.

In einem Essay über Zygmunt Bauman und sein Werk, der auf Soziopolis und in der Zeitschrift »Mittelweg 36« erschien, schrieb Wolfgang Knöbl, Direktor des Hamburger Instituts für Sozialforschung:

»Zygmunt Bauman gehört zu jener Generation osteuropäischer Intellektueller, welche die großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts noch am eigenen Leibe verspürt haben. Für sie ist die Soziologie keine Karriere gewesen, sondern eine vergleichsweise späte ›Berufung‹, die aufgrund hochgradig komplexer und zumeist tragischer Lebenserfahrungen erfolgte.«

Hier finden Sie eine kurze biographische Notiz zu Zygmunt Bauman und eine Liste seiner Werke in der Hamburger Edition.

Leseproben einiger Werke:
Moderne und Ambivalenz
Leben als Konsum
Flüchtige Zeiten


Pierre Rosanvallons »Die gute Regierung« begeistert

Cover Pierre Rosanvallon, Die gute Regierung

»Die gute Regierung« von Pierre Rosanvallon steht auf Platz 8/9 der aktuellen SZ/NDR-Sachbuchbestenliste. Jeden Monat empfiehlt dort eine unabhängige Jury aus Journalistinnen und Wissenschaftlern geistes- und sozialwissenschaftliche Bücher, denen sie viele Leser wünschen. Die gesamte Liste finden Sie hier.

Ebenfalls begeistert hat dieser Titel die Friedenspreisträgerin Carolin Emcke. »Die gute Regierung« ist ihr persönliches Buch des Jahres, weil es »eine ungeheuer lehrreiche und konstruktive Analyse der Krise der Demokratie« ist.
(Süddeutsche Zeitung, 27. Dezember 2016)


Pierre Rosanvallon - ausgezeichnet mit dem Bielefelder Wissenschaftspreis 2016 - über »Die gute Regierung«

Mit seinem neuen Buch »Die gute Regierung« schließt Pierre Rosanvallon, einer der international renommiertesten Forscher zur Demokratiegeschichte, seine Werkreihe über den Strukturwandel zeitgenössischer Demokratien ab. Anschließend an seine Betrachtung von Demokratie als politisches System (»Demokratische Legitimität«, 2011) und als Gesellschaftsform (»Die Gesellschaft der Gleichen«, 2013) fordert er nicht weniger als eine demokratische Revolution.
2016 wurde Pierre Rosanvallon für seine Forschung mit dem Bielefelder Wissenschaftspreis ausgezeichnet.

Lesen Sie unser Gespräch mit Pierre Rosanvallon (hier klicken)

Lesen Sie unser Gespräch mit Pierre Rosanvallon (hier klicken)

In Ihrem Buch betrachten Sie die Demokratie als Regierungsform. Ein zentraler Begriff in diesem Kontext ist der des Schlechtregierens. Was verstehen Sie darunter?
Schlechtregieren heißt, Handlungs- und Entscheidungsgrundsätzen zu folgen, die keinen demokratischen Charakter haben. Heißt, ohne Absprache, ohne Anhörung der Bürgerinnen und Bürger, ohne Durchführung einer sachkundigen öffentlichen Debatte zu entscheiden. Heißt handeln, ohne Rechenschaft abzulegen, ohne Verantwortung zu übernehmen. Es heißt auch, Institutionen auf intransparente Weise agieren zu lassen.

Dieses Schlechtregieren geht von einer Demokratie aus, die sich auf die bloße Legitimation durch Wahlen beschränkt. Aber eine solche Genehmigungsdemokratie, die eine »Lizenz zum Regieren« erteilt, erweist sich als verkürzt, wenn sie nicht durch eine Betätigungsdemokratie ergänzt wird, die auf Verhaltens- und Vorgehensregeln der Staatsgewalten beruht.

Die Wahlen bildeten den organisatorischen Mittelpunkt der Demokratien. Doch das reicht heute nicht mehr, angesichts des Erstarkens der Exekutive, verbunden mit dem Erfordernis, permanent auf Ereignisse zu reagieren und sich ihnen anzupassen, will man ein Land führen.

Sehen Sie darin eine Gefahr für die europäischen Demokratien?
Die Reduzierung der Demokratie auf die Legitimation durch Wahlen führt heute zur Entstehung dessen, was eigentlich ein Widerspruch in sich sein sollte, nämlich »autoritären Demokratien«. Während die Demokratie als Verfahren mit der Zunahme freier Wahlen weltweit voranschreitet, befindet sich die Demokratie als Eigenschaft der Macht auf dem Rückzug. Das wird z. B. durch Russland und die Türkei auf drastische Weise veranschaulicht. Und auch Europa ist davon mittlerweile direkt betroffen.

Diese Regression wird häufig mit dem Bekenntnis zur Notwendigkeit eines starken Staates gerechtfertigt (das mit der Glorifizierung einer ausgrenzenden Identität einhergeht). Sowie mit der populistischen Anmaßung, das Land zu verkörpern und dadurch das Repräsentationsdefizit zu beheben, das der zweite Schwachpunkt der heutigen Demokratien ist. Es ist also essentiell, heute eine Vorstellung von Demokratie zu verteidigen, die von der Art der Beziehung zwischen Regierten und Regierenden her gedacht wird.

Was sind für Sie die ersten entscheidenden Schritte auf dem Weg zu einer Betätigungsdemokratie? 
Eine Betätigungsdemokratie, und das heißt auch, eine permanente Demokratie zur Absicherung der punktuellen Wahldemokratie, muss auf der Definition klarer Transparenzregeln in Bezug auf Rechenschaftspflicht, Verantwortungswahrnahme, Kontrolle, Reaktivität oder Bürgerkonsultation basieren. In diesem Bereich ist eine neue Generation von Institutionen und Praktiken zu erfinden, um eine zweite große demokratische Revolution zu vollbringen.