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75 Jahre Katyń

Die Täter waren längst bekannt, als das »Dritte Reich« und Stalins Sowjetunion einen Propagandakrieg um die Schuld an den Massenerschießungen entfachten. Claudia Weber beleuchtet die Hintergründe.

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Europäische Expansion damals und heute

Heutige Einsätze westlicher Streitkräfte stehen in einer langen Tradition transkultureller Konflikte. Dierk Walter untersucht erstmals die Logik organisierter Gewalt als Mittel der europäischen Expansion.

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Veranstaltungen

Am 2. März beginnt die neue Reihe der InstitutsMontage mit einem Vortrag von Jan Philipp Reemtsma zu "Ende als Unfähigkeit zum Anfang. Einige literarische Konstruktionen von 1945."

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Heinz Bude im Disput mit Jutta Allmendinger

Der Makrosoziologe Heinz Bude diskutiert mit Jutta Allmendinger, der Präsidentin des Wissenschaftszentrums
Berlin für Sozialforschung unter anderem die Frage, wie politisch die Angst ist, die er in seinem Buch »Gesellschaft der Angst« beschreibt. Die Veranstaltung der Heinrich-Böll-Stiftung fand am 18. März 2015 in Berlin statt.


Jahrestag des Massakers von My Lai

Am 16. März 1968 erschossen amerikanische Soldaten in dem vietnamesischen Dorf My Lai innerhalb weniger Stunden an die 500 Zivilisten, darunter Kinder und Greise. Wie Bernd Greiner in seinem Standardwerk über den Vietnamkrieg »Krieg ohne Fronten« und einem Spiegel-Artíkel zeigt, sind die Ursachen unter anderem in dem hohen Grad an Frustration unter den Soldaten und dem Wunsch nach Rache für die Tode aus dem Hinterhalt zu suchen. Die GIs wollten einen »Beweis an Kampfeslust« hinterlassen und richteten ein Massaker unter den vietnamesischen Bauern an. Lediglich der befehlshabende Offizier William Calley wurde von einem Militärgericht am 31. März 1971 verurteilt. 

Mehr zu Bernd Greiner, »Krieg ohne Fronten. Die USA in Vietnam«


Unsere Neuerscheinungen Frühjahr 2015 sind jetzt lieferbar


20 Jahre Wehrmachtsausstellung

Vor 20 Jahren wurde in Hamburg die erste von zwei Ausstellungen über die Verbrechen der Wehrmacht eröffnet. Lesen Sie hier einen Beitrag von Jan Philipp Reemtsma über die Wirkung der ersten Ausstellung und warum er diese von einer Historikerkommission überprüfen und eine zweite, völlig neu konzipierte Schau erarbeiten ließ.


Ausstellung »Der Grosse Terror« von Tomasz Kizny

Vom 6. März bis 19. April zeigt das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, Potsdam, die Sonderausstellung »Der Grosse Terror 1937 - 1938 in der Sowjetunion«, eine fotografische Dokumentation des polnischen Fotografen und Journalisten Tomas Kizny. Er hat in Geheimarchiven Fotos der Opfer Stalins geborgen und die Orte von Massengräbern ausfindig gemacht und fotografiert. Die daraus entstandene Fotoausstellung ist erstmals in Deutschland zu sehen.

In der Hamburger Edition hat Tomasz Kiszy den Bildband »Gulag« veröffentlicht, der in 450 zeitgenössischen Aufnahmen das Leben in den sowjetischen Konzentrationslagern dokumentiert.

Weitere Informationen zu der Ausstellung finden Sie hier.

Mehr zu Tomasz Kizny, »Gulag«


Essay von Wolfgang Kraushaar über den IS-Terror

Der Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar, Forscher am Hamburger Institut für Sozialforschung, kritisiert in seinem Essay »Radikale Auslöschung« auf perlentaucher.de die von Olivier Roy gezogene Parallele zwischen dem RAF-Terrorismus und dem Islamischen Staat. Er argumentiert und plädiert für eine Schärfung der Begrifflichkeiten und kommt zu dem Schluss, dass es sich im Fall des IS um extermistischen Terrorismus handelt, der im Gegensatz zu dem Terrorismus der RAF in erster Linie auf eine radikale Auslöschung des Gegners abzielt.

Den vollständigen Essay können Sie hier auf perlentaucher.de lesen.

Wolfgang Kraushaar in der Hamburger Edition


Zygmunt Bauman über die Situation Europas

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Lettre International analysiert der Soziologe und Autor der Hamburger Edition Zygmunt Bauman die Situation Europas zwischen Renationalisierung und Globalisierung. Viele der aktuellen Krisen entstehen seiner Meinung nach aus länderübergreifenden Problemen, die aber aufgrund der territorial gebundenen Machtbefugnisse kaum zu lösen sind. Die Europäische Union könnte hier eine Brücke schlagen und Labor sein, für »den mühsamen Sprung von den »imaginierten Gesamtheiten« der Nationalstaaten zur »imaginierten Gesamtheit« der Menschheit.

Mehr zu Zygmunt Bauman


Unsere Bücher in anderen Sprachen - aktuelle Übersetzungen


Leuchttürme und Landesverteidigung, Stadtwerke und Sozialdienste

Unser Autor Berthold Vogel, Vorsitzender der Fachkommission »Öffentliche Güter« der Heinrich Böll Stiftung, stellt am 2. Februar den Bericht dieser Kommission in Berlin vor.
Berthold Vogel, als Soziologe unter anderem am Hamburger Institut für Sozialforschung tätig, betont die Bedeutung öffentlicher Güter für »die Lebensqualität einer Gesellschaft« – gerade in Zeiten demografischen Wandels und ökonomischer Zwänge. In dem Bericht formuliert das sechsköpfige Gremium »zehn Leitlinien für eine neue Politik der öffentlichen Güter«. Weitere Kommissionsmitglieder sind Claudia Neu und Jens Kersten, die gemeinsam mit Berthold Vogel das Buch »Demografie und Demokratie« in der Hamburger Edition veröffentlichten.

Weitere Informationen zu dem Bericht finden Sie hier.

Wir fragen Berthold Vogel zu den Ergebnissen der Kommissionsarbeit.

»Öffentliche Güter« – Was bedeutet das genau und warum sind sie wichtig?
Öffentliche Güter sind Güter und Dienste, auf die alle Bürgerinnen und Bürger zugreifen können, ja auf die sie existenziell angewiesen sind. Es geht um sauberes Wasser und leistungsfähige Energienetze, um allgemeine medizinische Versorgung und Beratung, es geht aber auch um eine nicht-korrupte Verwaltung und eine allen zugängliche Gerichtsbarkeit. Öffentliche Güter sind Voraussetzung einer funktionsfähigen Demokratie, denn sie ermöglichen Zusammenhalt und Teilhabe.

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Fordert die Kommission einfach den Erhalt der öffentlichen Finanzierung von Schwimmbädern, Kitas und Kultureinrichtungen?

Schwimmbäder und Kultureinrichtungen werden auch künftig nicht ohne öffentliche Finanzierung auskommen, wenn sie allen zugänglich bleiben sollen. Und das wünscht die Kommission. Aber wir sind auch nicht blauäugig und sehen durchaus die erheblichen Finanzprobleme der Städte und Gemeinden. Daher betonen wir, dass öffentliche Güter Hybride sind und auch sein müssen. Genossenschaften, Vereine, Nachbarschaftsaktivitäten – diese Initiativen sind ebenso wichtig. Es entstehen interessante neue Kombinationen, wenn öffentliche Hand und bürgerschaftliches Engagement zusammen wirken. Das ist heute oft schon der Fall, nicht zum Schlechtesten für Bürgerinnen und Bürger.

Warum geht es Ihrer Meinung nach dabei auch um Arbeitspolitik?
Öffentliche Güter sind nicht einfach nur da, sie müssen täglich aufs Neue hergestellt werden. Dazu braucht es Personal, Menschen, die erziehen, versorgen, beraten, planen, sichern. Öffentliche Güter haben ein Gesicht, eine professionelle Seite. Damit öffentliche Güter Integration fördern, darf es uns nicht egal sein, wer sie unter welchen Bedingungen herstellt. Ist Leiharbeit oder Werkvertrag hier der richtige Weg? Wir meinen, dass Leistungsqualität etwas mit einem förderlichen Arbeitsumfeld zu tun hat.

Welche der zehn Leitlinien der Kommission liegt Ihnen persönlich besonders am Herzen?
Wenn ich wählen muss, dann wohl die letzte: wir müssen die öffentlichen Güter als Zukunftsressource begreifen. Öffentliche Güter haben eine konservierende, eine Sicherheit und Rückhalt gebende Seite. Aber sie sind auch unser Kapital, wenn wir angesichts wirtschaftlicher Ungleichheit, einer alternden Gesellschaft und anhaltender Zuwanderung die Zukunft innovativ gestalten wollen. Sie nicht zu pflegen wäre fahrlässig, mit Blick auf die Qualität einer demokratischen Gesellschaft, die für alle da ist.

Wo muss der Staat handeln, wo und wie sind wir als Bürgerinnen und Bürger gefragt?
Bürgerschaft und Staat, das ist keine Alternative. Ein aktiver Staat sorgt für aktive Bürgerinnen und Bürger – und umgekehrt. Nur dort, wo sich die Bürgerschaft engagiert, kann sich auch ein öffentliches Gemeinwesen, eben der Staat entfalten. Öffentliche Güter brauchen den Staat, materiell und rechtlich. Aber sie brauchen auch Bürger – gerade auch dafür soll unser Bericht das politische Bewusstsein wecken. Öffentliche Güter sind keine Selbstverständlichkeit.


Gratulation zur Professur

Unsere Autorin Claudia Weber ist die neue Inhaberin der Professur für Europäische Zeitgeschichte an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder).

Die Professur konzentriert sich auf die neuere osteuropäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts unter besonderer Berücksichtigung der Zeitgeschichte.

Wir gratulieren und freuen uns auf Prof. Dr. Claudia Webers neues Buch »Krieg der Täter. Die Massenerschießungen von Katýn«, das im kommenden Frühjahr erscheinen wird. Es ist aus dem Forschungsprojekt »Communicating Murder« am HIS hervorgegangen.


RAF - Terroristische Gewalt - Ausstellung in Berlin

(c) Karin König

Vom 21. November 2014 bis 8. März 2015 zeigt das Deutsche Historische Museum in Berlin die Ausstellung »RAF - Terroristische Gewalt«.
Zu sehen sind bislang unveröffentlichte Filmausschnitte, Fotografien, Flugblätter und vieles mehr, das den Umgang von Bürgern und Politikern mit der terroristischen Gewalt der RAF dokumentiert. Weiter Informationen zu der Ausstellung finden Sie hier.

Mit folgenden Titel von Wolfgang Kraushaar können Sie sich weiter in das Thema vertiefen:
Die RAF und der linke Terrorismus
Verena Becker und der Verfassungsschutz
Kraushaar / Reemtsma / Wieland, Rudi Dutschke, Andreas Baader und die RAF