Hamburger Edition

521 Seiten, gebunden
€ 35,00 (inkl. 7% MwSt.)
ISBN 978-3-86854-212-7
Erschienen im September 2009

 

Elissa Mailänder Koslov

Gewalt im Dienstalltag

Die SS-Aufseherinnen des Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek 1942-1944

Ausgezeichnet mit dem Herbert-Steiner-Preis 2008, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands Wien, für herausragende wissenschaftliche Arbeiten zur Geschichte des Faschismus


Zwischen Herbst 1942 und Frühjahr 1944 bewachten 28 SS-Aufseherinnen die im Konzentrationslager Majdanek inhaftierten Frauen. Ihre Motive, sich als SS-Aufseherin zu bewerben und die von ihnen ausgeübte alltägliche »Gewalt im Dienstalltag« untersucht Elissa Mailänder Koslov anhand von NS-Dokumenten, Zeugenaussagen, Filmen und Erinnerungsliteratur. Ihre Studie nimmt die Machterfahrung und Selbstermächtigung, die zunehmende Brutalität gegenüber den Häftlingen, aber auch die Binnenverhältnisse und Konflikte zwischen den Frauen, das Verhältnis zu den männlichen Kollegen und das Machtgefüge im Lager in den Blick.

Die von den SS-Aufseherinnen ausgeübte physische Gewalt war nicht allein von »von oben« befohlen. Auf allen Dienstebenen verfügten sie über gewisse Handlungsspielräume und Möglichkeiten, die Anordnungen zu interpretieren: Und davon machten sie auch reichlich Gebrauch.

 
Pressestimmen


»Immer nur in Dienststiefeln - Die Aufseherinnen im Lager Majdanek

Im Zentrum der Untersuchung steht die Frage, wie die in Majdanek eingesetzen Frauen mit ihren Handlungsoptionen im Lager umgingen. Die Studie weist nach, dass von den SS-Aufseherinnen häufiger und brutaler Gewalt verübt wurde, als dies von Ihnen verlangt wurde.[...]
Die Untersuchung leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Täter- und Genderforschung.«
Bernward Dörner, Frankfurter Allgemeine Zeitung

»Mit ihrer gründlichen Untersuchung über die SS-Aufseherinnen des Konzentrations- und Vernichtungslagers Majdanek (1942-1944) hat Elissa Mailänder Koslov die vorliegenden Ergebnisse zur NS-Forschung um einen bislang kaum beachteten Punkt wesentlich bereichert.«
Hubert Kolling, socialnet