Der Verlag

Die Hamburger Edition wurde im Herbst 1994 als Verlag des Hamburger Instituts für Sozialforschung mit dem Ziel gegründet, die Forschungsergebnisse und Erkenntnisse der wissenschaftlichen Arbeiten des Hamburger Instituts für Sozialforschung in einem eigenen Verlag für ein größeres Publikum zugänglich zu machen. Die Hamburger Edition wurde damit zum Spiegel des Forschungsinstituts und zu dessen Plattform.

Die ersten neun Titel erschienen im Frühjahr 1995 und ließen die wesentlichen Themenschwerpunkte, die das Verlagsprogramm noch heute prägen, bereits deutlich werden: Theorie der Gewalt, Antisemitismus oder Gesellschaftsanalysen zu Nationalismus, Stalinismus und Fremdenfeinlichkeit. Zwei Ausstellungsprojekte, die das Institut 1995 präsentierte, haben intensive öffentliche Diskussionen ausgelöst: »200 Tage und 1 Jahrhundert« und »Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944«. Vor allem diese erste Ausstellung zu den Verbrechen der Wehrmacht, die von 1995 bis 1999 zu sehen war, wie auch die im Jahr 2001 eröffnete zweite unter dem Titel »Verbrechen der Wehrmacht. Dimensionen des Vernichtungskriegs 1941-1944«, deren Kataloge in der Hamburger Edition erschienen sind, haben den Blick auf die deutsche Wehrmacht und ihre Rolle im Nationalsozialismus nachhaltig verändert. Auch die Auseinandersetzung mit der wissenschaftlichen Nutzung von Fotos ist durch die Ausstellungen und die Begleitpublikationen geprägt worden.

Die Geschichte und die Gegenwart der Gewalt in einer globalisierten Welt ist immer wieder ein zentrales Thema im Verlagsprogramm. Neue Forschungsansätze und -methoden finden sich in Veröffentlichungen zum imperialen Gewalthandeln oder zur nationalsozialistischen Vernichtungspolitik ebenso wie völkerrechtlich geprägte Analysen des Genozids in Ruanda oder Denkanstöße zur politischen Auseinandersetzung mit dem militärischen Einsatz in Afghanistan und dessen Rückwirkung auf das Selbstverständnis der deutschen Gesellschaft.
Das Verlagsprogramm bietet daneben Veröffentlichungen zur Demokratietheorie, zum politischen Protest, zum Wandel der Arbeitswelt, zu sozialer Ungleichheit und Exklusion sowie zur Theorie und Empirie des Wohlfahrtstaates. Die Hamburger Edition hat sich mit ihren Veröffentlichungen in diesem wissenschaftlichen Spektrum sowohl in der Fachwelt als auch in der interessierten Öffentlichkeit einen Namen gemacht.

Neben der inhaltlichen Bindung an die Arbeit des Instituts sollte das Verlagsprogramm von Beginn an durch Forschungsergebnisse und Debattenbeiträge von Autorinnen und Autoren aus anderen deutschsprachigen und internationalen Forschungskontexten erweitert werden. So sind viele der lieferbaren Titel Übersetzungen bedeutender internationaler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vor allem aus dem französischen und englischen Sprachraum.

Auf der Agenda für die kommenden Jahre stehen als thematische Erweiterungen unter anderem Untersuchungen über den Zusammenhang von Krieg und Geschlecht oder auch über die Frage, wie in modernen Gesellschaften Vorstellungen einer gemeinsamen Zukunft produziert werden können.

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