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Das vollständige Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 6/2016 »Stolz und Vorurteile« sowie die Leseprobe »Man will Angst haben« von Ulrich Bröckling finden Sie hier. 

 


Ulrich Bröckling

Man will Angst haben

Es bedarf keiner besonderen hermeneutischen Fähigkeiten, um festzustellen, dass bei denjenigen, die derzeit am lautesten von den Ängsten der Menschen und dem drohenden Untergang des deutschen Volkes schwadronieren, eher Aggression als Angst am Werk ist. Ihr Brüllen verrät sie. Angst ist das Argument, in das sie ihren Hass gegen die Flüchtlinge und ihre Wut gegen die etablierte Politik kleiden.


Grit Straßenberger

Linkspopulismus als Gegengift? Zur Kritik der radikal-pluralistischen Demokratietheorie

Aber haben die Krisendiagnostiker auch eine Antwort auf die Frage, wie der rechtspopulistischen Infragestellung der liberal-demokratischen Ordnung begegnet werden kann? Chantal Mouffe, die hierzulande vielleicht prominenteste Vertreterin der radikal-pluralistischen Demokratietheorie, hat in diesem Zusammenhang unlängst den Vorschlag unterbreitet, dem erstarkten Rechtspopulismus einen Linkspopulismus entgegenzusetzen.


Samuel Salzborn

Vom rechten Wahn. »Lügenpresse«, »USrael«, »Die-da-oben« und »Überfremdung«

Die Verschwörungskampagne zielt darauf, politische und gesellschaftliche Entwicklungen der rationalen Betrachtung zu entziehen und stattdessen die Emotionalität und Affekthaftigkeit des Politischen zu steigern, ist doch ihr Grundmotiv, dass hinter diesen Entwicklungen unbekannte, unfassbare, omnipotente Mächte vermutet werden, die stets im Verborgenen agieren und die Agenden der sichtbaren politischen Akteure insgeheim steuern.


Wolfgang Knöbl

Über alte und neue Gespenster. Historisch-systematische Anmerkungen zum »Populismus«

Zu einer gewissen Abklärung und Nüchternheit kann ein Rückblick auf längst vergangene Debatten in der Soziologie und Politikwissenschaft insofern beitragen, als er zu zeigen vermag, dass Populismen seit den 1950er-Jahren wiederholt aufgetreten und sogleich auch sozialwissenschaftlich diskutiert worden sind. So etwas wie einen liberal-demokratischen Normalfall oder gar ein goldenes Zeitalter liberaler Demokratie ganz ohne populistische Herausforderungen wird man folglich nur konstatieren, wenn der eigene Blickwinkel von vornherein stark eingeengt und verkürzt ist.


Katharina Bluhm

Machtgedanken. Ideologische Schlüsselkonzepte der neuen russischen Konservative

Während den russischen Konservativen ihr Bild von Europa und »dem Westen« (einmal mehr) zum Entwurf einer russischen Alternative dient, bildet umgekehrt das Russlandbild der europäischen Rechten einen wesentlichen Bestandteil ihres Gegenentwurfs eines Europas ohne Europäische Union.


Gerd Hankel

»So geht es nicht!« Ein Stuttgarter Oberlandesgericht wendet das Völkerstrafrecht auf Verbrechen im Osten des Kongos an

Am 28. September 2015 ging in Deutschland der erste Prozess nach dem Völkerstrafgesetzbuch zu Ende. (...) Wie nach dem ersten Praxistest des deutschen Völkerstrafgesetzbuchs zu erwarten, ist das Urteil intensiv kommentiert worden. Erhöht wurde die Aufmerksamkeit, die dem Verfahren in Stuttgart zuteilwurde, noch durch vier Worte, die der Vorsitzende Richter Jürgen Hettig nach Verlesung der Urteilsformel und vor der mündlichen Urteilsbegründung äußerte: »So geht es nicht!«