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Mittelweg 36, Heft 1 – Februar/März

Praktiken des Kapitalismus

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Das vollständige Inhaltsverzeichnis der Ausgabe 1/2017 »Praktiken des Kapitalismus« sowie die Leseprobe »Doing Capitalism. Praxeologische Perspektiven« von Sören Brandes / Malte Zierenberg finden Sie hier. 


Sören Brandes / Malte Zierenberg

Doing Capitalism. Praxeologische Perspektiven

Derzeit entfaltet sich eine rege Debatte über die Implikationen, die die Wiederbelebung des »Kapitalismus« als Forschungskonzept und -programm mit sich bringen könnte und sollte. Der vorliegende Aufsatz – und das vorliegende Heft – soll der Diskussion einen spezifischen Impuls vermitteln: Wir plädieren für den Versuch, dem Kapitalismus und seinen Grenzen praxeologisch auf die Schliche zu kommen. (...) Die Praxeologie ist kein Allheilmittel, nicht der eine Ansatz, mit dem der »ganze Kapitalismus« oder gar der »Kapitalismus an sich« erklärt werden könnte. Sie erweist sich vielmehr als Mittel, genau diese Vorstellung von einem einheitlichen, mithin einheitlich zu erklärenden Kapitalismus infrage zu stellen.


Veronika Settele

Mensch, Kuh, Maschine. Kapitalismus im westdeutschen Kuhstall, 1950-1980

»Würden Sie diese Liste bitte durchlesen und sagen, ob etwas dabei ist, was Sie können?«, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einer Studie des Allensbacher Instituts im Dezember 1952 gefragt. Nach Radfahren, Suppe kochen, Schwimmen und Stricken kam: Melken. (...) Melken rangierte noch vor Autofahren und Schreibmaschineschreiben. Zur gleichen Zeit deutete sich bereits ein Wandel an. Die Branche diskutierte, ob der Beruf des Melkers aussterbe.


Thomas Welskopp

Zukunft bewirtschaften. Überlegungen zu einer praxistheoritisch informierten Historisierung des Kapitalismus

Was kann eine ins Produktive gewendete historische Kapitalismusanalyse also bestenfalls leisten? Ich meine, genaueste Beschreibungen der Arten und Weisen, wie wir unsere wirtschaftlichen Aktivitäten als Subjekte der Moderne im Umgang miteinander hervorbringen und mit jedem Mal, indem wir ganz banale Transaktionen wie das morgendliche Brötchenholen vollziehen, wieder erneuern und stabilisieren, könnten eine in der Wirkung potenziell scharfe praxeologische Form der Kapitalismuskritik begründen. (...) Letzten Endes könnte man sich somit eine Wiederbelebung der politischen Ökonomie aus einer zeitgemäßen sozialtheoretischen Perspektive denken.

Paul Franke

Kasinokapitalismus. Monte Carlo im 19. und 20. Jahrhundert

Das Glücksspiel dient prinzipiell als Chiffre für das Irrationale, das Gefährliche und Verantwortungslose, das gegen das gute, solide Wirtschaften gestellt wird (...). Sieht man genauer hin, dann wird klar, dass hier plakativ zwei Handlungstypen kontrastiert werden: das Spielen, riskant und unseriös, und das rationale, auf Grundlage einer Geschäftsethik operierende Wirtschaften. Dahinter steht der Gedanke: Solides wirtschaftliches Handeln kann und darf kein Spielen sein. Die beiden Handlungstypen hängen jedoch historisch zusammen, auch wenn sich die Verbindung anders darstellt als vielfach angenommen.

 


Stefan Laube

»Dax! Der Dax! Hooooi!«. Zur praxeologischen Fundierung finanzkapitalistischer Dynamik

Die Entkoppelung der Finanzwelt lässt sich aber nicht nur ökonomisch begreifen, sondern auch praxeologisch, als mit hervorgebracht durch auf den Markt und seine Ungewissheiten gerichtete Wissens- und Beobachtungsformen. Trading Rooms, verstanden als räumliche Atmosphären, erzeugen die Affektivität des Spekulierens in vielfältiger und wirkungsvoller Weise mit. Als komplexe soziomaterielle Aufmerksamkeitsapparaturen verdichten, konzentrieren und beschleunigen sie Marktinformationen und blenden gleichzeitig realwirtschaftliche Erwägungen als irrelevant aus.


Wolfgang Kraushaar

Aus der Protest-Chronik: 12. Mai 1963, New York

Denn wegen eines der Stücke auf dem Album The Freewheelin’ Bob Dylan kam es an einem Sonntagnachmittag im Frühling 1963 zu einem Eklat, genauer: zu einem Fall von Zensur (...). Wir schreiben den 12. Mai 1963. Schauplatz ist ein Studio von Columbia Records, einer Tochter des New Yorker Mediengiganten Columbia Broadcasting System (CBS), in dem die Generalprobe für die jeden Sonntagabend ausgestrahlte Ed Sullivan Show stattfindet.