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Am 15. Dezember erscheint der neue »Mittelweg 36«:

Das Subjekt bei der Arbeit

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Im Fokus:

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Dienstleistungsgesellschaft

Am Anfang der Dienstleistungsgesellschaft stand eine Utopie. Friederike Bahl und Philipp Staab zeigen die Realität.

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Veranstaltungen

Im HIS finden regelmäßig die InstitutsMontage, Vorträge, Buchpräsentationen und Tagungen statt.

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Mittelweg 36, Heft 6 – Dezember 2014/Januar 2015

Das Subjekt bei der Arbeit

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Philipp Staab

Metamorphosen der Fabriksozialisation. Zur Produktion des Arbeiters in Vergangenheit und Gegenwart

Kaum ein Thema beschäftigt Soziologie wie Öffentlichkeit in der Bundesrepublik derzeit so nachhaltig wie die »Explosion der Ungleichheit«. Lebenschancen gelten im Zeichen der Expansion des Niedriglohnsektors, prekärer Beschäftigung, prospektiver Altersarmut und geringer sozialer Mobilität als gefährdet. Unterschiedliche Gründe werden für die Verschärfung der Ungleichheit angeführt: Die Neujustierung des Sozialen unter neoliberalen Vorzeichen seit den 1980er Jahren, der Umbau der bundesrepublikanischen Sozialsysteme und die zugehörigen Arbeitsmarktreformen im neuen Jahrtausend sowie die unterschiedlichen Wellen der Finanzkrise seit 2008/09, all diese Faktoren haben, wie vielerorts betont wird, ihre Spuren in der Sozialstruktur hinterlassen. In der Bundesrepublik ist es allerdings vor allem der Strukturwandel des Arbeitsmarktes, der die Entwicklung sozialer Ungleichheit prägt. Es befinden sich derzeit so viele Personen in Beschäftigung wie noch nie in der Geschichte, während gleichzeitig die Arbeitslosenquote die niedrigste seit der Wiedervereinigung ist. Nicht mehr der Ausschluss vom, sondern die spezifische Form der Ausbeutung auf dem Arbeitsmarkt wird damit zur entscheidenden Dimension für die Entwicklung sozialer Ungleichheit.
Die langfristige Transformation des deutschen Arbeitsmarktes ist vor allem gekennzeichnet durch einen Wandel der Berufsstruktur weg von einer primär industriell getragenen, hin zu einer auf Dienstleistungsberufen basierenden Arbeitswelt. (…)

Klaus Naumann

Das politische Gefechtsfeld. Militärische Berufsbilder in den Neuen Kriegen

Der Einsatz militärischer Gewalt steckt in einer dreifachen Krise. Auf diese einfache Formel lassen sich die zurückliegenden Interventionskriege und die aktuellen Gewaltkonflikte bringen. Nutzen und Legitimation dieser Gewalteinsätze sind politisch, rechtlich wie ethisch heftig umstritten; auch die Nützlichkeit und Angemessenheit militärischen Gewalthandelns bei konkreten Konflikten steht in Frage; zudem sind die Konsequenzen für die militärische Organisation und Professionalität alles andere als klar. Gleichzeitig spitzen sich postimperiale und postkonventionelle Konfliktlagen zu. Die überkommenen Grenzbestimmungen kriegerischer Gewalt drohen in »hybriden« Konfrontationen zu verschwimmen, und die herkömmliche staatliche Rahmung von Gewaltkonflikten scheint in Umwelten »fragiler« oder instabiler Ordnungsmächte verloren zu gehen. Auf absehbare Zeit wird das so bleiben.
Welche Auswirkungen diese Trends auf die militärische Professionalität haben werden (oder haben sollen), ist eine offene Frage – und das umso mehr, je mehr die Diskussion um das Berufsbild des »Einsatzsoldaten«, die seit einiger Zeit die Bundeswehr (wie auch andere Streitkräfte) sowie die Fachöffentlichkeit umtreibt, von der Vielfalt der genannten Krisenfaktoren isoliert wird. Ob der künftige Einsatzsoldat nun »Kämpfer« oder »Allrounder«, »bewaffneter Sozialarbeiter« oder »Spezialist in Verantwortungsethik« sein soll (…)

Heiko Biehl

Kämpfer auf dem Vormarsch? Über die Folgen von Einsatz und Gefecht für die Bundeswehr

Vor einem guten Jahrzehnt diskutierte die internationale Öffentlichkeit ebenso wie die Wissenschaft heftig über die Neuen Kriege (Kaldor 1999; Münkler 2002) – ein Konzept, das infolge der Terroranschläge des 11. September 2001 und der Auslandsengagements der Bundeswehr, die mit der Teilnahme am Kosovokrieg und dem Afghanistaneinsatz eine neue Qualität erreichten, an Plausibilität gewann. Der Begriff bot sich als Ordnungsersatz für den Ost-West-Konflikt an, der bis 1991 die internationale Politik geprägt hatte. Zwar gewährte die Zuschreibung »Neue Kriege« nicht dieselbe Klarheit wie die Freund-Feind-Kategorisierung des Kalten Krieges; dies entsprach aber exakt den Unübersichtlichkeiten und Ambivalenzen des Konfliktgeschehens und wurde deshalb als Stärke gewertet. In der akademischen Auseinandersetzung stand anfangs die empirische Evidenz der Neuen Kriege im Mittelpunkt. Mittlerweile hat sich die Diskussion auf die Folgen kriegerischer Konflikte für die westlichen Staaten und ihre Streitkräfte verlegt.

Aus außen- und sicherheitspolitischer Perspektive wird darüber gestritten, ob Beteiligungen an Interventionen sinnvoll sind und unter welchen Rahmenbedingungen sie erfolgreich verlaufen können. Die internationalen Engagements des vergangenen Jahrzehnts haben allenfalls eine gemischte Bilanz hinterlassen und die Scheu vor weiteren Missionen bestärkt. Der verteidigungspolitische und militärsoziologische Blick gilt den Konsequenzen der Konflikte und Einsätze für die Streitkräfte. In der einschlägigen Literatur schließen normative Beiträge, funktionale und empirische Analysen an eine Anfang der 1990er Jahre einsetzende Debatte an. Bereits seit den ersten Auslandseinsätzen der Bundeswehr wird darüber diskutiert, welche Veränderungen die internationalen Missionen für das Soldatenbild der Gesellschaft und das Selbstverständnis der deutschen Streitkräfte mit sich bringen beziehungsweise was dies für die zivil-militärischen Beziehungen hierzulande bedeutet (…)


Michael Huber

Schreiben lernen! Schriftlichkeit in der Wissenschaft

Wissenschaftliches Schreiben wird in der Wissenschaftsforschung meist im Hinblick auf die Entstehung und Entwicklung wissenschaftlicher Zeitschriften und Verlage sowie die durch sie beschleunigte wissenschaftliche Kommunikation besprochen. Schreiben wird dabei als eine individuelle Fertigkeit vorausgesetzt, deren Aneignung außerhalb der Wissenschaft erfolgt. In geisteswissenschaftlichen Untersuchungen wird bei der Beschäftigung mit dem Schreibprozess der Schwerpunkt auf die kreative Leistung des belletristischen, in wenigen Fällen auch des wissenschaftlichen Autors gelegt. Die Forschung beschäftigt sich folglich mit dem Schreibstil, genreabhängigen Differenzen und individuellen Schreibstrategien (Übersicht: Günther/Ludwig 1994–1996); wissenschaftliches Schreiben als eigenes Genre wird insbesondere im Hinblick auf disziplinäre Schreibstile analysiert (vgl.Kennedy/Kennedy 2008). Die neuere soziologische Forschung konzentriert sich sowohl auf die Frage, »wie der individuelle Schriftgebrauch in Kulturen der Wissensproduktion eingebettet ist bzw. wie intellektuelle Technologien sozial vermittelt werden« (Engert/Krey 2013), als auch auf das Erlernen des wissenschaftlichen Schreibens in der akademischen Lehre, das den Studierenden eine neue Reflexionsebene erschließen soll (Pelton 2013; siehe auch Abschnitt 4).

Wir wissen also, wie in der Wissenschaft und ihren Disziplinen geschrieben wird, und die Frage, warum in der Wissenschaft geschrieben wird, beantworten wir meist mit Hinweisen auf die individuelle Motivationslage und die Maxime aller wissenschaftlichen Karrieren: Publish or Perish. Betrachtet man den Schreibprozess jedoch nicht aus der Perspektive individueller Laufbahnen, sondern aus der Sicht der Organisation Universität, zeigt sich schnell, dass der Zweck des wissenschaftlichen Schreibens nicht allein in der innerwissenschaftlichen Kommunikation liegt (…)