Heft 1 - Februar/März 2007

Faschismustheorien

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Bilder: Meckerecke, Hamburg 1966


Aus der Protest-Chronik


Thema

Sven Reichardt

Neue Wege der vergleichenden Faschismusforschung

Nach zwei großen Konjunkturen von den 1920er bis in die 1940er Jahre und von den 1960er bis in die 1970er Jahre war in den 1980er Jahren ein Niedergang der vergleichenden Faschismusforschung zu verzeichnen. Hans-Gerd Jaschke sprach für diese Zeit sogar von einem »theorielosen Empirismus« und einem Abrutschen in »marginale Fragestellungen« der Faschismusforschung. Die alten Bekannten aus den 1960er und 1970er Jahren, wie etwa George L. Mosse, Stanley Payne, Wolfgang Schieder und später auch Wolfgang Wippermann, publizierten zwar nach wie vor wichtige Aufsätze und anregende Monographien und Sammelbände, aber die vergleichende Faschismusforschung hatte an Ausstrahlkraft verloren. Nicht unwesentlich hatten die Probleme der tradierten Faschismusforschung der 1970er Jahre zum Erliegen der Faschismusrezeption und -forschung geführt. Die häufig ökonomistisch verengten und vergleichsarmen Interpretationen verhinderten die Durchsetzung eines modernen, auf dem Stand der empirischen Einzelforschung fußenden, innovativen Faschismusbegriffes. Gerade in Deutschland wurde die Faschismustheorie, man denke etwa an Reinhard Kühnl, fast ausschließlich am Beispiel des Nationalsozialismus exemplifiziert, sodass etwa die unterschiedliche Stärke des Faschismus in entwickelten kapitalistischen Ländern und seine Ausprägungsformen in stärker agrarisch strukturierten Ländern kaum Berücksichtigung fand. (…)

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