Heft 2 - April/Mai 2004

Neuer Antisemitismus?

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Seite 1: Tränen des Vaterlandes


Bilder: Unangenehme Nachbarn


Thema

Ulrich Bielefeld, Nikola Tietze

Editorial. Neuer Antisemitismus oder neue Judeophophie?

Étienne Balibar

Dissonanzen in der Laizität

Michel Wieviorka

Der Antisemitismus heute


Literaturbeilage

Regina Mühlhäuser

Sexuelle Gewalt als Kriegsverbrechen: eine Herausforderung für die Internationale Strafgerichtsbarkeit

Auswahlbibliographie


Jan Philipp Reemtsma

Wozu Gedenkstätten?


Klaus Naumann

Institutionalisierte Ambivalenz. Deutsche Erinnerungspolitik und Gedenkkultur nach 1945


Gilad Margalit

Gedenk- und Trauerkultur im Nachkriegsdeutschland. Anmerkungen zur Architektur


Autorenverzeichnis


Aus der Protest-Chronik


 
Pressestimmen
»Jetzt hat der Philosoph Étienne Balibar in den wirren Streit eingegriffen. ›Dissonanzen in der Laizität‹ heißt sein Essay, den der Mittelweg 36 in seiner aktuellen Nummer veröffentlicht. Ein Text, der dem Kopftuchstreit Grundsätzliches abgewinnt, lesenswert auch in Deutschland, wo über Zuwanderung oder den EU-Beitritt der laizistischen Türkei gestritten wird.«
Frankfurter Rundschau, 8. Juni 2004
»In den Zellen von Abu Ghraib, so scheint es auf den ersten Blick, hat sich eine Symmetrie in ihr Gegenteil verkehrt, die seit dem Anfang aller Kriege das Kampfgeschehen prägt. Seit jeher gehören Frauen zu den Opfern sexueller Gewalt. Auf den nun aufgetauchten skandalösen pornographischen Schnappschüssen aber präsentieren sie sich so selbstverständlich in der Pose des Voyeurs und Täters, dass man die offenbar bruchlose Aneignung von Praktiken sexueller Herabsetzung verblüfft zur Kenntnis nimmt. Und in der Tat fallen die Bilder in eine Zeit, in der die Rolle der Frau im Kriegsgeschehen erneut in den Blick rückt. Am 1. Juli 2002 trat das Statut des Ständigen Internationalen Gerichtshofs in Kraft, mit dem sexuelle Gewalt erstmals in der Geschichte des Völkerrechts als Verbrechen gegen die Menschlichkeit und als Kriegsverbrechen geahndet werden kann. Der Schritt klingt zwingend, aber war, wie Regina Mühlhäuser in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Mittelweg 36 beschreibt, der Erfolg jahrzehntelangen Ringens. «
Süddeutsche Zeitung, 7. Mai 2004
»Im letzten Heft der vom Hamburger Institut für Sozialforschung herausgegebenen Zeitschrift Mittelweg 36 erörtert Klaus Naumann die Frage, ob und inwiefern man die Deutschen als Opfer sehen könne oder müsse, aus einer ganz anderen Perspektive, nämlich aus der des alliierten Bombenkriegs gegen das Deutsche Reich, der in Jörg Friedrichs und seinem Buch Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940–1945 (München 2002) einen Chronisten gefunden hat. Naumann nimmt sich der Reihe nach die Rezensenten und Kommentatoren (...) vor, die sich mit Friedrichs Buch apologetisch oder kritisch beschäftigt haben, und gelangt selber zu einem zwiespältigen oder, wenn man so will, ambivalenten Schluss.«
Neue Gesellschaft. Frankfurter Hefte. 1 +2, 2004