Heft 3 - Juni/Juli 2005

Vertreibung

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Seite 1: Anmut


Bilder: Am Kiosk in Dijarbakir


Thema

Klaus Naumann

Vertreibung. Ein Problem deutscher Selbstthematisierung

Jan Pauer

Zähe Erinnerung. Der tschechisch-deutsche Dissens über die Vertreibung

Hans-Jürgen Bömelburg

Gestörte Kommunikation. Der polnische Monolog über Flucht und Vertreibung und seine deutsch-polnischen Ursachen


Literaturbeilage

Jan Philipp Reemtsma

Der doppelte Don. Wielands verkanntes Spiel mit Cervantes


Michael Wildt

Alys Volksstaat. Hybris und Simplizität einer Wissenschaft


Matthias N. Lorenz

Deutsche Opfer, deutsche Tugenden. Zur Rehabilitierung des »Volkskörpers« in Martin Walsers »Eiche und Angora«


Aus der Protest-Chronik


 
Pressestimmen
»Eine bemerkenswerte Ergänzung zur bisherigen Rezeptionsgeschichte von Götz Alys Buch ›Hitlers Volksstaat‹ liefert Michael Wildt im Juni-Heft von Mittelweg 36, der Zeitschrift des Hamburger Reemtsma-Instituts. ›Ein Problem der NS-Geschichtsschreibung, das nicht nur Alys Buch, dieses aber in besonderer Weise betrifft: die Nähe zur Staatsräson der Bundesrepublik. Alles was hierzulande über den Nationalsozialismus geschrieben und gesprochen wird, ist unmittelbar rückbezogen auf die Legitimität der politischen Ordnung der Bundesrepublik, auf die Frage nach der Kontinuität und Diskontinuität im Nachkriegsdeutschland. Wenn Aly also in der taz konstatiert, daß damals die Umverteilungspolitik zu Lasten anderer Völker gegangen sei und heute zu Lasten der nächsten Generationen, dann wird die politische Implikation deutlich: Im Fadenkreuz seiner Kritik steht der Sozialstaat als angebliches System von Gefälligkeiten zur Loyalitätsabsicherung, der von Hitler zwar nicht erfunden, aber, so Aly, ›mit Schwung weiterentwickelt‹ wurde, und der heute nun, gewissermaßen als letzter Akt notwendiger Vergangenheitsbewältigung, endlich abgebaut werden müsse. Hartz IV als antifaschistische Tat.‹«
Die Welt, 20. Juni 2005