Heft 3 - Juni/Juli 2006

Das Verhältnis zwischen Literatur und Erinnerungspolitik

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Weitere Hefte zu "Vergessen & Erinnern"

Seite 1: C`était en pleine guerre d`Algérie


Thomas Medicus

Im Archiv der Gefühle. Tätertöchter, der aktuelle »Familienroman« und die deutsche Vergangenheit


Heinz Bude, Tom Lampert, Thomas Medicus

Bedenke die Form! . Der amerikanische Politikwissenschaftler Tom Lampert im Gespräch mit Heinz Bude und Thomas Medicus


Jan Philipp Reemtsma

Erinnerung vergemeinschaften. Ein kurzes Gespräch über Nachteile der Geschichtsschreibung


Literaturbeilage

Franz Schultheis

Konversionen des Blicks. Pierre Bourdieus Lehrjahre auf dem Weg zu einer reflexiven Anthropologie

Christine Frisinghelli

Sehen um zu verstehen, zeigen, um verständlich zu machen. Pierre Bourdieus fotografische Dokumentationen

In Algerien: eine Initationsreise in eine vertraute Fremde. Pierre Bourdieu im Gespräch mit Maria A. Loyola

Ulf Wuggenig

Vom »Modell Sartre« zum kollektiven Intellektuellen. Bourdieu, das intellektuelle Feld und der Algerienkrieg

In Algerien: Lehrjahre in einem soziologischen Laboratorium. Pierre Bourdieu im Gespräch mit Franz Schultheis

Berthold Vogel

Der Rhythmus der Gesellschaft. Die algerische Erfahrung als Grundstein der Soziologie Pierre Bourdieus


Aus der Protest-Chronik


 
Pressestimmen
»Wertende Adjektive in Zeitungsberichten und wissenschaftlichen Texten können einem bei der Lektüre manchmal ganz schön aufs Gemüt schlagen. Wenn es sich inhaltlich dabei auch noch um die deutsche Nazi-Vergangenheit dreht, kann dieser eigentlich bloß formale Mangel an stilistischem Feingefühl sogar urplötzliches Ressentiment gegen die Verfasser freisetzen. Aber woran liegt das bloß? Fühlt man sich als Leser und Adressat etwa nicht ausreichend in seiner eigenen moralischen Urteilskraft gewürdigt? Um solche Feinheiten der Dosierung und des Austausches moralischer Haltungen geht es auch in der neuen Ausgabe des Mittelweg 36. Die Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung versucht sich an einer neuerlichen kritischen Bilanz des bundesrepublikanischen Erinnerungsdiskurses. Die Autoren der zentralen Beiträge widmen sich vor allem der Frage, ob und wie ein kollektives deutsches Erinnern jenseits einer medial überstrapazierten Wirkungsästhetik von Furcht, Mitleid und Katharsis oder einer sonstigen Indienstnahme der Rationalität moralischer Empfindungen möglich sein könnte.«
die tageszeitung, 27. Juni 2006