Heft 4 - August/September 2005

Die Justierung des Sozialen

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Weitere Hefte zu "Sozialpolitik"

Seite 1: Je besser der Kopf


Bilder: Rückzug aus der Wachstumswelt


Berthold Vogel

Die Justierung des Sozialen. Anmerkungen zur laufenden Diskussion


Andreas Willisch

Die paradoxen Folgen mechanischer Integration


Literaturbeilage

Katharina Niemeyer

Wie das Lachen die Literatur befreit. Dimensionen des Komischen im Don Quijote


Jörn Leonhard

Gewalt und Partizipation. Die Zivilgesellschaft im Zeitalter des Bellizismus


Gerd Hankel

Was heißt eigentlich Völkermord?. Überlegungen zu einem problematischen Begriff


Birthe Kundrus

Von den Herero zum Holocaust?. Einige Bemerkungen zur aktuellen Debatte


Aus der Protest-Chronik


 
Pressestimmen
»In der aktuellen Ausgabe von Mittelweg 36, der Zeitschrift des Hamburger Instituts für Sozialforschung, macht sich Gerd Hankel Gedanken über die inflationäre und gleichzeitig selektive Verwendung des Begriffs ›Völkermord‹. (…) Hankel konstatiert den deprimierenden Fakt, daß die Wahrnehmungsfähigkeit der Öffentlichkeit so weit eingeschränkt ist, daß für nahezu jedes Massenverbrechen die (nicht selten unzutreffende) Vokabel ›Genozid‹ gefunden werden muß, um überhaupt noch aufrütteln zu können – siehe Sudan, Simbabwe oder Tschetschenien. ›Diese Entwicklung ist einem Umstand geschuldet, an dem die internationale Justiz maßgeblichen Anteil hat. In deren Augen nämlich gilt der Völkermord als das ›Verbrechen aller Verbrechen‹, als ›crime of crimes‹, neben dem dann allerdings so gut wie kein Raum mehr bleibt für die Wahrnehmung anderer krimineller Taten.‹ Wer etwa 1994 in Ruanda von Hutu-Extremisten als Tutsi ermordet wurde, gilt als Völkermord-Opfer, während die zahlreichen Opfer unter den moderaten Hutus nicht in den Bereich der Konvention fallen.«
Die Welt, 28. August 2005