Siegfried-Landshut-Preisträger 2018: Michael Mann

Der britisch-amerikanische Soziologe Michael Mann erhält für seine Forschung zu globalen historischen Fragen den erstmals 2018 vom Hamburger Institut für Sozialforschung (HIS) verliehenen Siegfried-Landshut-Preis.
Mann ist ein herausragender Vertreter der historischen Soziologie und Professor an der University of California, Los Angeles. Seine Bücher, etwa "Die dunkle Seite der Demokratie", sind prägend für die Erforschung der Schattenseiten der Moderne.

Der Siegfried-Landshut-Preis

Der Siegfried-Landshut-Preis wird ab Herbst 2018 jährlich an Wissenschaftler_innen verliehen, die mit ihren Analysen wichtige Impulse für die Erforschung von Themen und Problemen geliefert haben, mit denen sich auch das Hamburger Institut für Sozialforschung beschäftigt. Mit Siegfried Landshut teilen die Preisträger_innen nicht nur die Überzeugung von der Notwendigkeit einer historisch informierten präzisen Begriffsarbeit oder von der Fruchtbarkeit des sozialwissenschaftlichen Vergleichs; mit ihrem Oeuvre verkörpern sie auch eine über theoretische Fragestellungen vermittelte Zugangsweise zur empirischen Wirklichkeit, die es ihnen erlaubt, aktiv den Kontakt zu den jeweiligen Nachbardisziplinen zu suchen. Die Resultate der solchermaßen entstandenen und an »großen« Fragen interessierten Forschungen der Preisträger_innen werden dann in der Regel durchaus kontrovers diskutiert, wodurch sie auch von einer breiteren Öffentlichkeit wahrgenommen werden.
Erster Preisträger ist der britisch-amerikanische Soziologie Michael Mann.
Siegfried Landshut Lectures (Broschüre als pdf)

Siegfried Landshut Lectures

Die im Herbst 2018 erstmals stattfindenden Siegfried Landshut Lectures am Hamburger Institut für Sozialforschung und die daran gekoppelte Verleihung des Siegfried-Landshut-Preises erinnern an den vor 50 Jahren verstorbenen deutsch-jüdischen Politikwissenschaftler und politischen Soziologen Siegfried Landshut, der nach der Vertreibung durch die Nationalsozialisten 1951 an die Universität Hamburg zurückkehrte und maßgeblich zum Aufbau einer historisch und interdisziplinär orientierten Sozialwissenschaft in Deutschland beitrug. Dem liberal-demokratischen Geist und der Forschungstradition des Namensgebers verpflichtet, greifen die Siegfried Landshut Lectures gesellschaftspolitisch relevante Themen auf, um die akademische wie intellektuelle Debatte voranzubringen.
Hier erfahren Sie mehr über die Landshut Lectures von Michael Mann.
Siegfried Landshut Lectures (Broschüre als pdf)

Siegfried Landshut: Ankunft in Hamburg (von Wolfgang Knöbl)

Geboren 1897 in Straßburg, aufgewachsen in einer assimilierten jüdischen Familie, Teilnahme am Ersten Weltkrieg, zunächst in Frankreich, dann Russland, Verwundung 1916, im gleichen Jahr erneut eingezogen und zurück an die Front, Unteroffizier in Aleppo, Kriegsende, Sich-Durchschlagen nach Konstantinopel, von dort zurück per Schiffspassage nach Hamburg – im März 1919.

Siegfried Landshut redivivus (von Rainer Nicolaysen)

Als der Politikwissenschaftler Siegfried Landshut vor fünfzig Jahren, im Dezember 1968, starb, hinterließ er ein weit verstreut erschienenes, zum Teil unter widrigsten Lebensumständen entstandenes Werk, das bis heute für die Politische Wissenschaft als ebenso grundlegend wie anregend gelten kann, das aber, sperrig gegenüber jedem Mainstream, schon zu Landshuts Lebzeiten nur begrenzt rezipiert wurde und nach seinem Tod weitgehend in Vergessenheit geriet. Bereits in seiner Akademischen Gedächtnisrede auf den früheren Hamburger Kollegen hat Wilhelm Hennis 1969 betont, er wüsste kaum ein Werk eines deutschen Gelehrten zu nennen, dessen Wirksamkeit durch »die Ungunst der Zeit« so beeinträchtigt worden wäre wie dasjenige Landshuts.

Siegfried Landshut Lectures 2018

Wir freuen uns auf unseren ersten Siegfried-Landshut-Preisträger Michael Mann (Distinguished Research Professor, University of California, Los Angeles), der vom 4. bis 10, Oktober 2018 am Hamburger Institut für Sozialforschung zu Gast ist.

Donnerstag, 4. Okt. - 19 Uhr: The Decline of War?
Begrüßung: Prof. Dr. Jan Philipp Reemtsma; Laudatio: Prof. Dr. Wolfgang Knöbl

Dienstag, 9. Okt. - 19 Uhr: Fear and Loathing on the Battlefield