FRANCO 1936-1975. Eine Neuvermessung des Diktators und seiner Herrschaft
Der Spanier Francisco Franco zählt zu den prägenden Diktatoren der jüngeren Vergangenheit. Anders als seine Verbündeten Hitler und Mussolini konnte er sich über den Zweiten Weltkrieg hinaus bis 1975 an der Macht halten. Die Einordnung seiner Person und seiner beinahe 40-jährigen Herrschaft in die europäische Zeitgeschichte ist dabei auch heute noch umstritten. Nach 1945 galt Franco vielen als ewiger Faschist, der nicht mehr in das neue demokratische Europa passte. Und doch diente er sich der westlichen Welt erfolgreich als Partner an und genoss bis zu seinem Tod 1975 eine beträchtliche Popularität in der spanischen Bevölkerung. Er kultivierte ein Image als effizienter Modernisierer und ließ sich von westlichen Experten beraten, doch beruhte seine Herrschaft auch auf der massenhaften Verfolgung Andersdenkender und zeichnete sich durch extreme soziale Gegensätze, verbreitete Korruption und Mangelwirtschaft aus. Auf der Grundlage der aktuellen Forschung unternimmt der Vortrag eine historische Neuvermessung Francos und seiner Herrschaft.
Till Kössler ist Professor für Historische Erziehungswissenschaft an der Universität zu Köln. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen u.a. die Geschichte von Gewalt und Gewaltüberwindung sowie die Geschichte
autoritärer Regime nach 1945
Philipp Müller, PD Dr., Historiker, Sprecher der Forschungsgruppe Demokratie und Staatlichkeit am HIS
In Kooperation mit dem Instituto Cervantes Hamburg und dem Verlag C.H.Beck