Die Verbindlichkeit des Krieges.
Die Rückkehr des Krieges, der Horizont der Klimakrise, demokratische Verwerfungen betreffen auch die Geldordnung und rufen die Frage nach ihrer Wandelbarkeit auf. Wenn man zudem jüngeren Theorien des Geldes als normalitätsbedürftige Praxis der Ver- und Entschuldung folgt, erscheint ihre schiere Aufrechterhaltung in normalitätserschütternden Krisen erklärungsbedürftig. Die historisch-soziologische Arbeit sucht diese Fragen zu beantworten, indem sie den Wandel der US-amerikanischen Geldordnung im Zuge der beiden Weltkriege analysiert. Dabei zeigt sie nicht nur, wie sich die Geldordnung in den beiden Kriegen gewandelt hat, sondern auch, warum einige dieser Innovationen das Kriegsende überdauern und die Geldordnung fortan prägen sollten. Die „Verbindlichkeit des Krieges“ verweist schließlich nicht nur auf seine eigentümlichen, gesellschaftlichen Kohäsionskräfte, sondern auch auf das kriegerische Erbe der modernen Geldordnung.